Israel

ISRAEL

Bertelsmann Stiftung („Der Spiegel“, Nr. 20/2025): Meinungsumfrage bei der deutschen Bevölkerung über Israel (24./25. 2. 25):

 

2021

2025

Gute Meinung über Israel

46 %  der Bevölkerung

36 %  der Bevölkerung

Negative Meinung über die israelische Regierung

43 %  der Bevölkerung

59 %  der Bevölkerung

Israel mache mit den Palästinensern nichts anders als die Nationalsozialisten mit den Juden:

42 %  der Bevölkerung

Juden wurden durch die israelische Politik unsympathischer:

29 %  der Bevölkerung

Keinen Unterschied im Vorgehen Israels gegenüber den Palästinensern und dem Holocaust sahen:

53 % der Wähler der Linken

43   %    der   Wähler   der   AfD

Zweifelsfrei gehört der Holocaust zu den großen Menschheitsverbrechen, und es gehört zu den großen Leistungen der europäischen und amerikanischen Geschichtsschreibung die Schuld daran allein den Deutschen zuzuschreiben. Auf diese Weise konnten sich die anderen Staaten reinwaschen und Deutschland zwingen, den Aufbau Israels nach seiner Gründung zu finanzieren. Noch heute, achtzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges darf an dieser Schuldzuschreibung nicht gerüttelt werden, und Proteste gegen das aktuelle israelische Morden im Nahen Osten, besonders im Gazastreifen, werden mit der Antisemitismuskeule zum Schweigen gebracht. Es gibt wahrscheinlich nur wenige Bereiche, wo so viele gezielte Lügen verbreitet werden, wie hier durch den israelischen Geheimdienst.

In Israel hat es seit seiner Gründung immer Versuche zu seiner Gebietsvergrößerung gegeben:

  • Bereits 1948 erweiterten die Israelis ihr von der UN zugesprochenes Staatsgebiet von 14.100 auf 20.700 km² zu Lasten der Palästinenser und vertrieben ca. 750.000 Menschen aus ihren Dörfern. Der Erfolg der Gründung Israels nach 1949 ist weitgehend den deutschen Wiedergutmachungsgeldern zu verdanken (Avi Primor, Israels Botschafter    nach 1993; „Süddt. Ztg.“, Magazin). Er glaubt, dass Israel das Westjordanland annektieren will und dass dort zurzeit eine Apartheit besteht, in der die Palästinenser rechtlos sind.
  • 1967 besetzte Israel das Westjordanland, Ostjerusalem, den Gazastreifen, die Golanhöhen und die Sinaihalbinsel. Mehr als eine Million Palästinenser wurden vertrieben, eine Million blieb unter israelischer Militärverwaltung. Die Sinai-Halbinsel wurde 1979 an Ägypten zurückgegeben.
  • 1987 – 1993 (Erste Intifada): Palästinensischer Aufstand gegen die israelische Unterdrückungspolitik.
  • 2000 – 2005 (Zweite Intifada): Nach einer Demonstration Israels für die Einheit Jerusalems.
  • 2006 Libanonkrieg (nach Übergriffen der libanesischen Hisbollah): 40 Israelis und 1000 Libanesen starben.
  • 2008 – 2023 ständige bewaffnete Auseinandersetzungen im Gazastreifen. Israel steuerte dort die Lebensbedingungen und unterdrückte die dortige Bevölkerung. In Israel beobachtete man genau die dortigen Vorbereitungen für einen Aufstand und war eigentlich auf die Vorkommnisse am 23. Okt 2023 bestens vorbereitet. Sie kamen den israelischen Kriegsplänen und dem israelischen Wunsch nach einer nachfolgenden Vereinnahme der palästinensischen Gebiete entgegen.  
  • 10.2023: Palästinensische Überfall auf eine Militärbasis, ein Festivalgeländeund 26 Ortschaften. Etwa 1.200 Menschen wurden dabei getötet und ca. 250 nach Gaza entführt. Laut israelischen Angaben für die Weltöffentlichkeit vergewaltigten, folterten und ermordeten die Palästinenser dabei die Menschen. William Schabas (selbst Jude, ehemaliger UNO-Chefermittler für Kriegsverbrechen) sagte dazu, dass es sich bei den Getöteten weitgehend um israelische Soldaten und Polizisten gehandelt hat. Auch schade um sie. Aber vieles spricht sogar dafür, dass die israelische Regierung für ihre Landeroberungspläne die Vorkommnisse sogar wollte.
    • Sie besaß relativ  genaue Pläne über die Absichten und Vorbereitungen der Palästinenser (durch die Aufklärungseinheiten ihres Grenzschutzes; so „Der Spiegel“, Nr. 41/5.10.24).
    • Sie verlagerte zuvor Teile ihrer Truppen in das Westjordanland und hielt im Grenzgebiet sich noch befindende Einheiten bis zu sechs Stunden nach dem Überfall von einer Gegenwehr zurück.
    • Die Regierung lehnt bis heute jede offizielle Überprüfung der Vorkommnisse, die zum 7. Oktober geführt haben, ab.

Auf Grund dieses Hintergrundes kann man davon ausgehen, dass der palästinensische Überfall den Landeroberungsplänen der israelischen Regierungsehr entgegen kam und sie die dabei entstandenen eigenen Toten hinnahm. Dabei wurden diese dann sehr wahrscheinlich vom israelischen geheimdient „Mossad“ mit Hilfe der KI für die Beeinflussung der Weltmeinung zu verzerrten, brutal          gequälten Opfern stilisiert. Was dann gelang.              

Aber was danach von israelischer Seite folgte, war nur Mord, Mord an über 50.000 pälästinensischen Zivilisten (manche Quellen sprechen von über 150.000), unter ihnen auch viele Frauen und Kinder. Um möglichst viele von ihnen sterben zu lassen, ließ man in den Gazastreifen kein Trinkwasser und keine Nahrungsmittel der Hilfsorganisationen mehr gelangen. Was an dem heutigen israelischen Verhalten gegenüber den Palästinensern ist humaner als dasjenige, das einst gegenüber den jüdischen Menschen während dem Holocaust verübt wurde? Was unterscheidet Netanjahu und seine Mannschaft von den einstigen europäischen Mördergruppen? Man darf diese Fragen nicht stellen. Auch in den USA, die das israelische Verhalten unterstützen, und das ohne deren militärische Hilfe nicht möglich wäre, werden Proteste mit Sanktionen belegt. In Deutschland wird von den Israel-Anhängern der 7. Oktober immer als rechtfertigende Entschuldigung benutzt. Von keiner der hiesigen jüdischen Gemeinden hört man dagegen Proteste gegen das Morden. Aber wir müssen auch in Deutschland allmählich das Recht erhalten, einen Mord Mord nennen zu dürfen.  Wenn wir das nicht mehr dürfen, dann haben wir aus der Geschichte des Holocausts nichts gelernt.           

Die allgemeine Frage ist, wer alles hat Interesse an diesem Krieg? Weshalb verbietet die israelische Regierung eine Untersuchung, wie es zum Überfall am 7. Oktober kam? Welche Interessen haben die USA an ihm? Welche Kräfte, Netzwerke in den USA stehen hinter der Israelförderung? Ohne deren Unterstützung, wäre dieser Krieg nicht möglich.

Vieles, was Israel betrifft, darf man in Deutschland nicht denken (und noch weniger darüber etwas sagen). Dabei wird eine Kritik an Israel immer mit einer Kritik am Judentum gleichgesetzt. Man darf z.B. nicht denken oder sagen, dass

  • für die Gründung Israels Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben wurden (und immer noch vertrieben werden). Und die Welt schweigt dazu. Auch die israelischen Intellektuellen haben sich zum Teil in diese Lage bequem eingerichtet. Von vielen hat man dazu kein kritisches Wort gelesen.
  • eine Kritik an Israel immer mit einem Antisemitismusvorwurf niedergeknüppelt wird, obwohl beides etwas Grundverschiedenes ist (das eine Mal eine religiöse Haltung, das andere Mal ein politisch agierender Staat). der Völkermord der Israelis an den Palästinensern nicht mit den Morden des Holocaust verglichen werden darf. (Er ist, bzw. war etwas grundsätzlich Verschiedenes. In beiden Fällten wurden aber, bzw. werden für die Gier einzelner Personen unzählige andere Unschuldige auf perverse Art getötet).
  • viele Nachrichten aus Israel auf gefälschte Informationen des israelischen Geheimdienstes zur Rechtfertigung der dortigen Vorkommnisse vor der Weltöffentlichkeit beruhen.
  • es in Deutschland keinen echten wachsenden Antisemitismus gibt, kaum einen Menschen, der einen gläubigen Juden kennt oder etwas über den Zionismus weiß. Wenn sie vorkommt, dann als emotionale Reaktion auf die Vorgänge in Israel, besonders dem Gaza-Streifen und dem Westjordanland, auf Falschangaben, um Vorteile zu erlangen (so z.B. Gil Ofarim) oder auf ein provozierendes Verhalten. In Einzelfällen werden sich in der bestehenden aufgeheizten Stimmung wegen der israelischen Übergriffe die zu verurteilenden Reaktionen kaum verhindern lassen.
  • die gelebte Schuldkultur, die selbst noch nach 80 Jahren von interessierter Seite den Menschen täglich eingehämmert wird (extrem einseitig dargestellt als alleinige „deutsche Schuld“ und nicht als ein europäisches Verbrechen eines dort verlogenen Christentums). Antijüdische Pogrome hat es in großem Umfang bereits vor 1933 und dann auch noch nach 1945 gegeben. Man darf dies alles nicht denken und noch weniger sagen, ohne sanktioniert zu werden.

Die jetzige Regierung in Israel will ein Großisrael schaffen. Dafür will sie

  • den Gazastreifen ethnisch säubern und selber besiedeln,
  • im Westjordanland immer neue Siedlungen errichten (die dort zurzeit lebenden Palästinenser soll Ägypten und Saudi-Arabien aufnehmen). Die Siedlungen der ehemaligen Bevölkerung werden mit Bulldozern und Baggern beschädigt, die Straßen auf- und die Häuser eingerissen (so z.B. das Lager „Nur Schams“; „Süddt. Ztg.“ 72/25. Die Geflüchteten können nur aus der Ferne der Zerstörung ihrer Häuser zusehen und dürfen nicht zurückkehren. Für diese Menschen gibt es keine Perspektive und Hoffnung). Für den amerikanischen Botschafter in Israel Mike Huckabee gibt es die Palästinenser als Volk gar nicht. Gott habe den Juden dieses Land bereits vor Jahrtausenden gegeben, und deshalb könne auch kein UN-Beschluss deren göttliches Recht außer Kraft setzen. Er vertritt so einseitig die Interessen der jüdischen Siedler, da sie nach ihm kein fremdes Gebiet besetzen, sondern nur in ihre angestammte Heimat zurückkehren. Er ist deshalb auch für eine Vereinnahmung des Westjordanlandes durch die jüdischen Siedler und damit eine Rückkehr von „Judäa“ und „Samaria“ zu seinem Volk.
  • das Golan-Gebiet ausweiten (1967 wurde das Gebiet erobert, 1981 annektiert. Inzwischen leben dort bereits ca. 50.000 Menschen).
  • Im Libanon hat Israel über eine Million Menschen vertrieben, mehr als 2000 getötet (darunter etwa 400 Frauen und Kinder) unter der Vorgabe, die mit der Hamas verbündete Hisbollah hätte von dort Raketen auf Israel abgeschossen. Absichtlich wurden dort gezielt über 100 Journalisten getötet, um Berichte über die dortigen Vorkommnisse zu verhindern, obwohl deren Fahrzeuge als Presse- und Fernsehautos gekennzeichnet waren, um Berichte über die dortigen Vorkommnisse zu verhindern. Angegriffen wurden auch Plattformen und Kameras der UN-Friedenstruppe (so unabhängige Untersuchungen). In der israelischen Organisation „Uri Tsafon“ werden bereits Pläne zur Besiedlung von Teilen des Libanons und Syriens gemacht, damit Israel bis zum Euphrat reichen könne (mit amerikanischer Hilfe; Süddt. Ztg., Nr. 293/24). Bereits heute besetzte Israel 1000 km² syrischen Gebietes, baute darin Stützpunkte und legte für die erwarteten Touristen Wanderwege an.
  • die USA in einen Krieg mit dem Iran bringen.
  • alles tun, um eine Zweistaatenlösung eines Tages unmöglich zu machen.

Insgesamt wurden bisher seit der Gründung Israels von jüdischen Interessengruppen unter dem Schutz der USA etwa sechs Millionen Palästinenser aus ihrer Heimat vertrieben und die übrige Welt sah dem relativ desinteressiert oder hilflos zu (auch deren sunnitischen Glaubensbrüder).

Im aktuellen Gaza-Krieg wirft eine Expertenkommission der UN Israel vor:

  • sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen bei der Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung,
  • die systematische Zerstörung der palästinensischen Gesundheitszentren,
  • die Verhinderung einer lebenswichtigen Versorgung (in der Folge den Tod von Frauen und Kindern),
  • die Verhinderung von Geburten (dies auch als ein Tatbestand des Völkermordes).

Bis November 2024 waren von den Israelis über 43.000 Menschen getötet und 1,9 Mio. Palästinenser vertrieben worden. Israel blockierte (Anfang Oktober) jede Versorgung der dort lebenden Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten. Sofort nach dem 7.10.23 hatte es das Gebiet von jeder Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. Bis Anfang Mai 2025 hatte man fast 200 Journalisten im Gazastreifen getötet und damit auch jede unabhängige Berichterstattung unmöglich gemacht.

Damit die Palästinenser ihre Wohngebiete verlassen, schließt man die dortigen Krankenhäuser. Das Personal wird geschlagen, gefoltert, wochenlang mit verbundenen Augen Hunger und Kälte ausgesetzt. Rund 300 Ärzte und Pflegekräfte sollen davon betroffen gewesen sein. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll es bis März 2025 656 israelische Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen im Gazastreifen gegeben haben. Laut UNO sollen mehr als 1000 medizinische Fachkräfte getötet worden sein. Mehr als 100.000 Palästinenser seien verletzt und mindestens 47.000 getötet worden. Im südlichen Gazastreifen gibt es für 1,5 Mio. Palästinenser nur ein Krankenhaus. Die Israelis behaupten, dort Waffen gefunden zu haben, aber das wird angezweifelt. Die Ärzte werden verhaftet und oft bis zu ihrem Tod gefoltert (mindestens 40 aus Gaza in israelischen Militärlagern; „Der Spiegel“, Nr. 13/25).

Am 23.3.25 töten Israelis 15 Mitglieder eines palästinensischen Sanitätskonvois. Erst nach einer Woche erlaubten sie die Bergung der Toten in einem 2 m tiefen Massengrab (einer der Toten war an Füßen und Händen gefesselt gewesen, einer hatte auf seinem entkleideten Rücken Blutergüsse von Schlägen, einer war enthauptet, einem von hinten in den Kopf geschossen worden). Ein Überlebender berichtete später von seiner Fesselung und Folter.

Was mit den palästinensischen Gefangenen in israelischen Gefängnissen geschieht, wird von Menschenrechtsorganisationen als „systematische Folter“ angesehen.

  • Das Internationale Rote Kreuz erhält zu ihnen keinen Zugang.
  • Familienbesuche sind verboten.

2024 soll es dort fast 10.000 Gefangene gegeben haben. Erniedrigungen, Schläge,  Vergewaltigungen und Hunger seien an der Tagesordnung. „Immer wieder sterben Gefangene“ („Süddt. Ztg.“, Nr. 295/24). Die Gewalt wird auch gegenüber Frauen und Kindern ausgeübt.

Israel zerstört im Gazastreifen gezielt die Versorgungseinrichtungen. Die dortigen Bewohner bekommen nur noch ein Drittel der Wassermenge, die sie laut WHO zum Überlegen brauchen. Der Wassermangel führt zu einer mangelnden Hygiene und dadurch zum Ausbruch von Krankheiten (u.a. Polio, Hepatitis A und viele Hautkrankheiten). Es besteht eine schwere Unterversorgung der dortigen Bevölkerung.

Der UNO-Generalsekretär Antonio Gueterres sieht den Gaza-Streifen als einen „Friedhof für Kinder“.

Der frühere israelische Generalstabschef und Verteidigungsminister Mosche Jaalon wirft der bestehenden israelischen Regierung „Kriegsverbrechen“ und „ethnische Säuberungen“ im Gaza-Streifen vor („Süddt. Ztg.“, 4.12.24).

Amnesty International und Human Rights Watch sehen das israelische Vorgehen im Gaza-Streifen als Völkermord an. Laut den Satellitenbildern der Hilfsorganisationen zerstört dort Israel gezielt die Versorgungsanlagen.

Der UN-Sonderausschuss zu Israel und Palästina bezeichnet die israelische Kriegsführung als „Völkermord“.

Ahmad al-Tayyib (Großimam der Al-Asar-Universität in Kairo, höchste religiöse Autorität des sunnitischen Islams) wirft Israel den Genozid (Völkermord) an den Palästinensern vor.

Papst Franziskus übernahm diesen Vorwurf gegenüber Israel und forderte eine sorgfältige Untersuchung der Vorkommnisse.

Jan Egeland (Generalsekretär der Flüchtlingsorganisation Norwegian Refugee Council) hält das Aushungern der palästinensischen Zivilbevölkerung für ein „Kriegsverbrechen“.

Sogar Adam Jones (Kanadier, führender Experte für Völkermord) hält den Genozidvorwurf für berechtigt.     

In Deutschland haben Diplomaten, Künstler und Professoren in einem Brief die Bundesregierung aufgefordert, weitere Verbrechen in Gaza zu verhindern, da sie sich sonst der Mittäterschaft schuldig mache. Als Unterzeichnerstaat der UN-Völkermordkonvention bedeutet das für Deutschland, dass es u.a. keine Waffen mehr an Israel liefern darf.    

Der Gaza-Krieg war von Anfang an von Israel gewollt. Seine palästinensischen Vorbereitungen waren der israelischen Regierung schon vorher bekannt gewesen, und wie man inzwischen weiß, haben israelische Truppen den palästinensischen Gewalttaten sieben Stunden tatenlos zugesehen, ehe sie eingriffen. Der sich ankündigende Krieg entsprach den israelischen Vorstellungen, danach leichter ein Großisrael schaffen zu können. Da waren ihnen tausend getötete Zivilisten völlig gleichgültig. Der Krieg hätte auch später sofort eingestellt werden können, wenn die USA ihre Waffenlieferungen gestoppt hätten. Aber ein Großisrael entsprach durchaus auch den amerikanischen Interessen, im Nahen Osten einen großen Stützpunkt zu besitzen und den von jüdischen Interessengruppen in den USA, das Westjordanland so leichter vereinnahmen zu können. Insgesamt wurden so seit der Gründung Israels ca. sechs Millionen Palästinenser aus ihrer Heimat vertrieben und die ganze Welt sah diesem Geschehen stumm zu. Es gab in der deutschen Presse bisher kaum ein Geschehen, das derart einseitig und verzerrt dargestellt wurde und wird.

Im Gaza-Streifen lebten bisher etwa zwei Millionen Palästinenser, die Israel in zwei Schritten möglichst vertreiben will. Es lässt keine Lebensmittel in das Gebiet gelangen, zerstört die Felder und hat die Nutztiere getötet. Die zugestandenen Wasserrationen reichen für die Menschen nicht zum Überleben, und die Infrastruktur des Gebietes, seine Krankenhäuser und Arztpraxen sind bereits völlig zerstört. Im ersten Schritt soll der Norden (= 35 % des Gebietes) von den Palästinensern befreit werden. Früher lebten dort ca. 1,3 Mio. Menschen, von denen bereits 900.000 in den Süden geflohen sind. Die Verbliebenen sollen jetzt auch vertrieben werden (wer nicht will, soll als feindlicher Kämpfer gefangen genommen oder getötet werden; Plan Giora Eiland; „Süddt. Ztg.“ Nr. 279/24). Inzwischen trennt ein sieben km breiter Streifen den Süden vom Norden (in ihm wurden alle Gebäude zerstört, 19 israelische Militärbasen gebaut = 10 % des gesamten Gaza-Gebietes). Die vertriebenen Menschen leben jetzt im zerstörten Süden zusammengedrängt, wo sie nicht lebensfähig sind. Hier entsteht ein Konzentrationslager, diesmal auf israelische Art. Der Gaza-Krieg ist damit zu einem Symbol der Entmenschlichung in unserer Zeit geworden (und die USA, die ihn über einen Waffenstopp sofort beenden könnten, machen sich hier mitschuldig).   

Inzwischen ist die deutsche „Staatsräson“ gegenüber Israel auch zu einer Staatsraison gegenüber dem Morden des israelischen Staates geworden. Dabei ist die deutsche Erinnerungskultur nach Omri Boehm (israelisch-deutscher Philosoph) von ihrem Kern her ein westliches Ideologieprojekt, wie auch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel zu einer „Waschmaschine“ der dortigen rechtsradikalen Politik geworden ist, geleitet von einem Mann, der der israelischen Siedlerbewegung vorstand. Die liberale Weltordnung sei einst nach einem schmerzhaften Lernprozess ein moralisches Projekt gewesen, während sie heute dabei ist, zu einer Ideologie zu verkommen. Gegenüber den Palästinensern versage ihr Schutz. Er vergleicht den Holocaust mit der Nakba (arabisch = Katastrophe; Vertreibung von etwa 750.000 Palästinenser 1948 durch die Juden). Er durfte daraufhin seine ursprünglich geplante Rede zum Gedenken der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald auf israelischen Druck hin nicht halten. Und Pankaj Mishra (indischer Literaturkritiker) sagt, Deutschland sei ein Gefangener seiner Vergangenheit geworden und gibt Israel deshalb einen Freibrief. Seine „bedingungslose Solidarität“ mache es zu einem „Komplizen Israels mörderischen Ethnonationalismus“. In Deutschland dürfe das Falsche nicht als falsch bezeichnet werden („Der Spiegel“, 15.2.25). Die deutschen Eliten erweisen sich hier intellektuell hilflos und folgen jüdischen Interessen in den USA.  Zur deutschen Schuld am Holocaust sagt der vielleicht bedeutendste israelische Holocaustforscher Omer Bartov (Das soll kein Freibrief sein. Es ist schade um jeden Menschen, der damals umkam):   Man dürfe den Holocaust nicht allein auf die großen Vernichtungslager fokussieren, in denen das Morden weitgehend anonym verlief. Über die Hälfte der jüdischen Opfer, besonders in Osteuropa, seien in ihren Heimatorten oder in ihrer unmittelbaren Umgebung von ihren Nachbarn oder Bekannten umgebracht worden. Er spricht hier von einem „kommunalen Genozid“. Dies alles besagt nicht, dass der deutsche Anteil an dem damaligen Morden nicht groß war, er besagt nur, dass es ein europäisches Morden war, das sogar noch nach Ende des Krieges anhielt (z.B. besonders in Polen). 

In den deutschen Medien steht zurzeit weitgehend: „Wo bleibt das Mitgefühl für Israel?“ Es steht nur selten etwas über die Millionen vertriebener Palästinenser, deren ursprüngliches Siedlungsgebiet diesen Staat erst ermöglicht hat, nichts über das immer noch anhaltende Morden im Westjordanland, im Gaza-Streifen und im Südlibanon, um den zurzeit bestehenden Staat zu einem Großisrael ausweiten zu können. Jüdische Interessengruppen in den USA, vereint mit der „deutschen Schuld“, erlauben hier ein ständiges Morden an den verbliebenen Palästinensern, und die ganze Welt sieht ohnmächtig zu, da es mit Waffenhilfe unter dem Schutz der USA geschieht. Das ohnmächtige Aufbegehren der Unterdrückten und deren damit verbundene Straftaten gelten  als Legitimation für das Morden, und die deutschen Medien versuchen, allein für die am 7. Oktober Getöteten ein Mitgefühl zu wecken. Bisher hat der israelische Geheimdienst „Mossad“ erfolgreich die Weltmeinung über das Morden der Israelis im Nahen Osten bestimmen können (besonders die über den 7. Okt. 2023). Sie dürften für die Weltöffentlichkeit mit Hilfe der KI erfolgreich zubereitet worden sein. Wie erfolgreich er ansonsten arbeitet, hat er bei seiner Manipulation der Beiruter Pager bewiesen. Als dort darüber über 1000 Menschen starben, Hunderte erblindeten und auch Kinder die Opfer waren.

Alle diejenigen, die das Morden der Israelis im Gaza-Streifen und im Westjordanland verteidigen, alle Proteste dagegen als antisemitisch verteufeln, morden mit.  Dem Autor ist kein Protest einer jüdischen Gemeinde gegen dieses kollektive Morden der Israelis in den palästinensischen Gebieten bekannt. Es wird propagandistisch gerne als eine Antwort auf das Massaker der Palästinenser am 7. Oktober hingewiesen. Der sich abzeichnende Plan zum Überfall war den Israelis aber schon lange vorher bekannt gewesen. Sie haben ihn geduldet, um ihr heutiges Vorgehen darüber rechtfertigen zu können. Viele Nachrichten über die Geschehnisse dort sind wahrscheinlich Falschnachrichten, gesteuert vom israelischen Geheimdienst. Das Festhalten der Geiseln ist heute der einzige Besitz, den die Palästinenser noch haben. Wir dürfen in Deutschland nichts gegen das Morden der Israelis sagen, wenn wir nicht als antisemitisch sanktioniert werden wollen. Ausländer erhalten nicht die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn sie sich israelkritisch äußern. Die jüdischen Organisationen in den USA sind dabei, diese Position weltweit durchzusetzen. Nachdem Deutschland in seiner kultivierten Schuld den Aufbau des Staates Israel finanziert hat, zwingen interessierte Kräfte die deutsche Bevölkerung nun, zu dessen Expansionsbemühungen zu schweigen. Millionen Menschen werden für dieses Ziel aus ihrer Heimat vertrieben, 100.000de getötet, u.a. dabei zigtausende Kinder. Das Morden gilt allein dem „guten Zweck“, ein Großisrael zu schaffen, bzw. einen sicheren Stützpunkt der USA im Nahen Osten, einem der energiereichsten Zentren der Erde. Es ist schade für jedes Unrecht, das einem jüdischen Menschen in Deutschland oder sonstwo in der Welt geschieht, wir müssen aber wieder das Recht bekommen einen Mord Mord nennen zu dürfen, bzw. zu denken, dass Netanjahu und seine Mannschaft heute nicht besser sind als es einst Hitler und seine Mannschaften waren.        

Zurzeit leben im ehemals palästinensischen Siedlungsgebiet im Nahen Osten etwa sieben Millionen Palästinenser und sieben Millionen Juden, zwei fast gleich große Gruppen („Süddt. Ztg.“, Nr.1/25). Irgendwann wird es auch in diesem Gebiet zu einer Nachkriegsordnung kommen müssen, doch egal, wie sie aussehen wird, sie wird nicht ohne eine Teilnahme der Palästinenser möglich sein. Wie man die bestehende Situation auch durchdenkt, es gibt dafür nicht mehr als vier Lösungsperspektiven (die einzige Alternative dazu wäre, man vertreibt oder tötet alle Palästinenser, = 7 Mio. Menschen; die Namen Israels, des Judentums, der USA, Netanjahus und Trumps wären dann damit für alle Zeit verbunden):

  1. Lösung: Einstaatenlösung, ein binationaler Bundesstaat, in dem alle Juden und Palästinenser die gleichen Rechte haben. Jüdischerseits würde das die Aufgabe des zionistischen Staatsgedanken bedeuten. Zurzeit zielt in diesem Raum allerdings alles auf eine Unterdrückung, bzw. Ausweisung, Tötung der Palästinenser. Die Einstaatenlösung wird besonders von Omre Boehm empfohlen. Es wäre die humanste Lösung. Sie ist aber über die heutige israelische Regierung kaum durchsetzbar.
  2. Lösung: Eine dauerhafte Besetzung der eroberten Gebiete durch Israel. Das würde eine dauerhafte Verantwortung für die palästinensische Zivilbevölkerung bedeuten und einen Wiederaufbau der existenznotwendigen Infrastrukturen verlangen. Es wäre eine dauernde Unterdrückung der verbliebenen Bevölkerung mit einer maßlosen Gewalt, letztlich die Einrichtung eines riesigen Freiluftgefängnisses.  
  3. Lösung: Ein Apartheitsstaat: Den Palästinensern werden darin wesentliche Rechte abgesprochen, begleitet von einer weitgehenden ethnischen Säuberung der Bevölkerung.
  4. Lösung: Eine Zweistaatenlösung. Dieser Gedanke war ein Ergebnis der Osloer Friedensverhandlungen 1993 und 1995 gewesen. Durch den israelischen Siedlungsbau und den aktuellen Gaza-Krieg wird er aber heute ad absurdum geführt.

Zurzeit führt die israelische Regierung das Land in einen völlig unlösbaren Konflikt.   

Die israelischen Nationalreligiösen stellen heute in diesem Raum etwa 20 % der israelischen Bevölkerung. Sie dominieren dort zurzeit in der Politik und im Militär. Die liberalen Eliten allerdings, auf die Israels Wirtschaft baut, verlassen deshalb zunehmend das Land. Ein Bericht der Wirtschaftsexperten Eugene Kandel und Ron Tzur befürchten, dass der bestehende Konflikt das Land in 10 bis 20 Jahren in einen Abgrund führen wird, und es Israel 2048 zu seinem 100ten Geburtstag nicht mehr geben wird.