Natur

Natur

Unter dem Naturbegriff verstehen wir vieles, alles Sein, seinen Anfang, alle quantenbein- haltenden Metamorphosen, die einst aus einem wahrscheinlichen Energieetwas entstanden sind und deren Teil wir selber sind. In den verschiedenen Kulturen und in den verschiedenen Zeiten wurde sie verschieden gesehen. Zu ihr gehören alle unsere Lebensgrundlagen. Ohne Wasser und sauerstoffhaltige Luft können wir nicht sein. Alles, was uns umgibt, ist Natur, die Berge und die Meere, alle lebenden Organismen, von der Mikrowelt bis hin zu den gigantischen Walen. Auch die Saurier waren einst Natur und besaßen nur eine gewisse Zeit für ihre Existenz. Das scheint für alle Naturphänomene zu gelten. Das gilt vom kleinsten Mikroorganismus (z.B. viele Milliarden in einem Liter Wasser) bis hin zu den gewaltigen Galaxien (z.B. unserer Milchstraße). Dieses „Gesetz“ scheint für alle Phänomene der Natur zu gelten. Für die einzelnen Individuen bedeutet sein Ende der Tod. Wahrscheinlich gilt es auch für ganze Kulturen und auch eines Tages für die Menschheit als Art. Das bedeutet aber nicht, dass wir unser Dasein nicht im Heute gestalten sollten. Diese Möglichkeit ist vielleicht eine der wenigen Besonderheiten, die der Mensch als Art besitzt. Zurzeit ist er auf der Erde dabei, in jeweils kleinen, aber kaum zu überschauenden Schritten seine eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören, das Habitat auf das hin er sich in seiner Evolution entwickelt hat, d.h. 

  • das Klima, die Luft,
  • das Wasser für sich (und die anderen Lebewesen),
  • seine lebensnotwendigen Ressourcen,
  • die Artenvielfalt, auf die er existentiell bezogen ist,
  • seine Reizwelt, auf die hin seine inneren organischen Körperbewegungen bezogen sind,
  • seine Bewegungswelt.

Je nach kulturellem Bezugshintergrund wird Natur verstanden als:           

  • das von Gott Geschaffene,
  • das sich ständig Verändernde,
  • das vom Menschen nicht Geschaffene,
  • das Sein in seiner Vielfalt,                                                                                   
  • das in seiner Ganzheit vom Menschen erlebte Transzendentale,
  • die „Mutter allen Daseins, allen Lebens“,
  • alle Substanz (ihre Wesenszusprüche sind menschliche Setzungen), 
  • das objektiv Gegebene, dem der Mensch nur mit Hilfe seiner Setzungen bewusst gegenübertreten kann,
  • das Wesen eines Gegenstandes an sich,
  • alles Bestehende (vom Menschen nicht Geschaffene, nicht Beeinflusste (=Naturalismus),
  • der Bereich, in dem sich alles verwirklicht (auch der einzelne Mensch oder die Menschheit),
  • in der Geschichte der Menschheit zunächst das Bedrohende, dann in der Romantik das zu Verklärende, Harmonische und heute das zu Beherrschende,
  • das Elementare des Seins, das Wohlgeordnete (Platon),
  • das Seiende, in dem bereits seine Bestimmung ruht (Aristoteles)
  • das sich selbst regulierendes System (Kybernetik),
  • alles, was sich aus sich selbst formt und bewegt,
  • die Reizwelt, auf die hin sich der Mensch in seiner Evolution entwickelt hat (ihr Fehlen macht ihn krank, ein Spaziergang durch einen Wald gesund),
  • alles Reale, das dem Geistigen gegenübersteht (z.B. den menschlichen Setzungen, seinen Kulturen und Techniken),
  • ist ein geistig geschaffenes Phänomen als Gegenposition zur Kultur,
  • ist ein menschlicher Versuch, sich selbst und seine Umwelt zu begreifen,
  • alles was außerhalb eines Menschen besteht und von ihm zu sich in eine Beziehung gebracht wird,
  • ist die Welt, die der Mensch zu beherrschen versucht,
  • ist ein Träger von symbolischen Setzungen (z.B. eine Taube, rote Rosen),
  • ist das sich Wehrende bei menschlichen Übergriffen gegenüber ihren Gesetzen, Systemen und Ressourcen,   
  • das dem menschlichen Dasein Gegenüberstehende,
  • ist das am Ende nicht zu Beherrschende,
  • ist das, was auch den Menschen selber in seinem Kern ausmacht.

Wir erleben die Natur in unserer Lebenswelt 

  • romantisiert,
  • ideologisiert (z.B. „Deutscher Wald“),
  • idealisiert als Gegenwelt zur industriellen Welt (z.B. Lebensreformbewegung),
  • als Habitat für unsere Existenz,
  • als Maßstab gegenüber kulturellen Setzungen (als dem „Unnatürlichen“),
  • als Gesamtheit des Lebendigen, der Gesamtheit der universellen Energie,
  • als Energielieferant, Ressourcenbereich für die Existenz des Menschen,
  • als Reizwelt für den menschlichen Stoffwechsel
  • als schützenden Fluchtraum (z.B. Wälder in Kriegen, heute bei zivilisatorischen Überforderungen).

Einst begann der Kreislauf des Lebens auf der Erde im Wasser. Woher es einst hierher kam, wissen wir nicht. Über chemische Prozesse entstanden die ersten organischen Verbindungen. Wie und wo zunächst, wissen wir nicht. Das Vorhandensein des Mondes und seine Bewegungen schufen bei uns auf der Erde dann die Reaktionen des Wassers (Ebbe und Flut). Dadurch wurden die bisherigen Lebewesen des Wassers Trockenzeiten ausgesetzt. Pflanzen entstanden. Die Atmosphäre reicherte sich über sie mit Sauerstoff an. Tiere begannen das Land zu beleben und leiteten einen eigenen Evolutionsprozess ein. Arten entstanden und wurden durch neue verdrängt. Ein gewisses Ende bildeten dann die „Säuger“ mit ihren spezifischen Eigenschaften und in ihnen dann über den Menschenähnlichen die verschiedenen Menschenarten. Aus ihnen entstanden dann durch Kreuzungen von Neandertalern und Sapiens der heutige Mensch. Die Geschichte der biologischen Evolution war ein ständiges Kommen und Gehen der Arten. Weshalb sollte es in Zukunft anders sein? Auch jetzt werden Arten bald nicht mehr sein. Ihr Schwinden ist ein Teil der auf der Erde stattfindenden biologischen Prozesse. Das Problem dabei ist allerdings, dass alles Leben in seiner Vielfalt nur in ökologischen Systemen bestehen kann. Fallen Arten aus, brechen diese Systeme eher oder später zusammen. Und der Mensch íst auch nur eine dieser Arten. Er ist zwar sehr anpassungsfähig und zunehmend befähigt, sich chemisch und technisch zu optimieren, doch dadurch verlässt er physisch eine allein biologisch gewachsene Art zu sein. Da sich dieser Prozess schleichend vollzieht, bemerkt er ihn oft gar nicht. Er ist dann nur noch an seiner Energiequelle (Nahrung), körperlichen Unversehrtheit und einem hedonistischen Dasein interessiert. Die über ihn sich bewegende Informationsflut relativiert dann zunehmend seine verinnerlichten Setzungen. Sein Hormonhaushalt gerät zunehmend aus seinen Gleichge-wichten, und chemische Hilfen fördern das über seinen Optimierungsweg zum Avatar.

Wir träumen alle von einem Leben im Glück. Wobei wir eigentlich nicht wissen, was es eigentlich darstellt. Zunächst ein Erleben auf dem Hintergrund einer bereits vorhandenen psychischen Einstellung, bereits vorhandener hormoneller Vorgaben von Dopamin- und Endophinausschüttungen in unserem Gehirn. Um dessen Wohlbefinden zu erreichen, motivieren wir uns entsprechend. In uns kehren dann positive Emotionen, Zufriedenheit und Freude ein. Je persönlicher unsere Konstitution dann ist, u.a. unsere Gesundheit, soziale Einbindungen und die Selbstbestimmung, kann das Glück evtl. nur kurzfristig sein oder als ein Gefühl der Erfüllung ein ganzes Leben andauern. Wir müssen allerdings selber etwas dafür tun, für unsere Gesundheit, unsere Tätigkeiten, deren Sinn, unsere sozialen Kontakte und unsere Einbindung in die Natur, z.B. einem Waldspaziergang oder einer Wanderung in den Bergen oder am Meer. Achtsamkeitsübungen können zu einem Glücksgefühl beitragen. Es kann in einer Zufallssituation überfallen (z.B. über einem Genuss) oder ein ganzes Leben anhalten, sei es über ein Engagement (besonders im sozialen Bereich) oder der Erfüllung eines angestrebten Lebenssinns. In der Erinnerung ist es eine Summe schöner Momente. In der Geschichte der Menschheit haben sich viele Philosophen damit beschäftigt:                           

Westliche Philosophie:

  • Sokrates (469 ? – 479 v. Chr.): „Das wahre Glück ist: Gutes zu tun“.
  • Platon (428 – 348 v. Chr.): Glück ist das höchste Ziel, das durch Weisheit und Tugendhaftigkeit erreicht werden kann.
  • Aristoteles (384 – 322 v. Chr.): Glück ist der Sinn und der Zweck des Lebens.
  • Stoa (um 300 v. Chr., gegründet von Zenon v. Kition): Glücklich ist, wer nach der Natur lebt.
  • Kant (1724 – 1804): Jeder versteht etwas anderes darunter. Glück erreicht man durch seine Pflichterfüllung.         

Östliche Philosophie: 

  • Glück ist eine innere Erkenntnis, das Ergebnis einer inneren Haltung und eines tiefen Verständnisses der Welt. Es ist ein Zustand der inneren Zufriedenheit.
  • Konfuzius (551 ? – 479 v. Chr., China): Das Glück erfordert eine ständige Anpassungsfähigkeit. „Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben“.
  • Buddhismus (Indien): Glück ist ein Verständnis der Realität. Es hilft, die Unannehmlichkeiten des Lebens besser zu bewältigen.

Wahrscheinlich ist unser inneres Gleichgewicht unser wahres Glück.       

Wir erfüllen unser Leben in der Suche nach unserem Glück. Und je weiter wir uns in unserer Zivilisation von unseren Ursprüngen, der Natur entfernen, umso mehr suchen wir es in deren Diensten oder deren Hilfen und verändern uns selber dabei. Wir bemerken dies kaum noch. Die frühen Menschen hatten zum Glück noch eine unmittelbare Beziehung. Wenn man von ihrer Betonung moralischer Inhalte absieht, dann waren es noch ihre Beziehungen zur Natur. In ihr und mit ihr fand man auch in der Stoa sein Glück, und auch wir finden wahrscheinlich ein tatsächlich sinnerfülltes Leben nur über unsere Beziehungen zu ihr. Doch dafür müssen wir sie erst in den Habitatsformen, für die wir uns einst entwickelt haben, zu erhalten versuchen. Zurzeit machen wir in unseren Egoismen das Gegenteil. Wir verändern sie ständig und überall in einem uns schadenden Sinne. Das gilt nicht nur für die kleinräumigen Bereiche, kleine Biotope, sondern auch für die großen Lebensräume, sei es am Amazonas, bei den Meeren oder über das Klima in den arktischen Zonen. Selbst unsere unmittelbaren naturnahen Bereiche sind oft nicht mehr die selben wie vor zehn Jahren. Manche Vögel, manche Insekten und sogar Pflanzen sehen wir in unseren hausnahen Gärten nicht mehr. Sie sind in ihrer ehemaligen Vielfalt heute seltener geworden. Da dies schleichend erfolgt, bemerken wir es kaum. Indem wir für die verschiedenen Arten durch unsere Bedürfnisse deren Lebensgrund-lagen zerstören, schränken wir indirekt über deren Verlust auch unsere eigenen Lebens-qualitäten ein. Unsere persönliche Gesundheit und der Wohlstand unserer Gemeinschaften sind langfristig auch von deren Erhalt abhängig. Der heutige Verlust der Biodiversität auf unserer Erde ist nicht allein ein natürliches Ergebnis des irdischen Kommens und Gehens der Arten, sondern ist zurzeit weitgehend auf die menschlichen Tätigkeiten zurückzuführen. Wir erleben im Augenblick das sechste große Artensterben in der Geschichte der Erde. Und sein Verursacher ist der Mensch. Laut Living Planet Index (LPI, 2024) sind von 1970 – 2020 etwa 73 % der Arten bei den Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen zurückgegangen (bei 34.826 Populationen von 5495 Arten). Dabei bedeutet der Verlust der biologischen Vielfalt auch einen Verlust der genetischen Vielfalt. Damit sind die verschiedenen Arten auch weniger anpassungsfähig an die durch den Menschen verursachten Umweltveränderungen. Verantwortlich sind dafür fünf Verursacher:        

  • Die Umgestaltung der natürlichen Ökosysteme durch die Landwirtschaft,
  • die sich abzeichnende Klimaveränderung und damit auch das Tauen der Eisflächen der Arktis und die Veränderung der bisherigen Meeresströme,
  • die Belastung der Gewässer (u.a. mit Düngern, Müll und Fäkalien),
  • das Einschleppen fremder Pflanzen und Tierarten,
  • die Veränderung der Atmosphäre durch eine vermehrte Kohlenstoffdioxideinfuhr in sie (hauptsächlich durch die Nutzung fossiler Brennstoffe für die Energiegewinnung).

Die Vielfalt der Natur hat neben ihrer ökologischen, genetischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung auch eine spezifisch menschenbezogene. Nicht nur, dass aus ihr die Nahrungsquellen des Menschen kommen, die Sicherung seiner physischen Existenz, sondern auch seine psychische. Wir wissen darüber kaum etwas, außer dass uns das „Waldbaden“ oder ein „Spaziergang am Meer“ guttun. Alle Sinne des Menschen haben sich einst in seiner Evolutionszeit auf seine Umwelt, d.h. die ihn umgebende Natur ausgerichtet und darüber auch seine Stoffwechselvorgänge und seine Hormonbewegungen. Sie bestimmen seine Gefühlswelt. Wir beobachten zurzeit in unserer Gesellschaft die stark anwachsende Zahl psychischer Erkrankungen, selbst bei Jugendlichen die große Zahl depressiver Menschen. Eine Ursache dafür wird wahr-scheinlich unsere menschenfremde Umweltveränderung sein. Belastet werden wir alle sein, doch genetisch kann dies wahrscheinlich nicht jeder gleich gut auffangen. Es sei denn, er hilft sich medizinisch mit Optimierungsmaßnahmen, d.h., er entfernt sich über seine Umweltän-derungen auch von seiner eigenen Natur. Wenn wir uns Menschen als Art erhalten wollen, werden wir um den Erhalt der bisherigen Ökosysteme in ihrer bisherigen Vielfalt nicht umhin kommen, nicht nur wegen des Erhalts der Arten, sondern für uns selber.

Wir Menschen wissen, dass wir für unsere Umwelt in unserer Zivilisation eine Belastung darstellen und versuchen dem mit unseren Umweltschutzmaßnahmen entgegenzuwirken. In Deutschland ist dies sogar als Staatsziel in Artikel 20 der Verfassung verankert, und der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung hat ihm 1999 „die höchste Priorität aus überlebensstrategischen Gründen“ eingeräumt. Die Erhaltung der Umwelt wird hier als Hintergrund der menschlichen Gesundheit gesehen. Dabei kommt es inzwischen zunehmend zu Auseinandersetzungen zwischen Natur- und den Umweltschützern. Während die Naturschützer die Wälder, die verschiedenen Ökosysteme zu schützen versuchen, sehen die Umweltschützer deren Holz als nachwachsenden Rohstoffe und die Windräder und Wasserkraftwerke eher als Hilfen zur Einsparung von Kohlendioxydabgaben in die Atmos-phäre. Letztlich sehen aber beide den Klima- und Umweltschutz als eine der wichtigsten Probleme der Gegenwart an.          

Der Mensch belastet die Natur und seine Umwelt einerseits durch deren Verbrauch, – und da stehen ihm die Begrenztheit der Ressourcen im Wege. Dafür rodet er u.a. seit seiner Sesshaftwerdung die Wälder und macht dies besonders im Amazonasbereich heute noch. Dafür nutzt er das immer knapper werdende Trinkwasser, ohne das nicht nur er, sondern auch alle anderen Arten der Erde nicht existenzfähig sind. Dafür nutzt er die seit Jahr-millionen lagernden fossilen Energiequellen und entlässt deren Kohlendioxidgehalt in die Atmosphäre. Und andererseits zerstört der Mensch die Natur durch seine Belastungen.  Sei es durch seine Abfälle, seinen Müll, seine Fäkalien, Gifte, seinen Lärm. Dies hat besonders seit der Industrialisierung vor 200 Jahren zugenommen. Deren Abfälle schufen ganze Berge und verschmutzten den Menschen ihre Luft und ihr Wasser. Die ersten Städte sahen sich damals bereits gezwungen, ihre Abwässer zu kanalisieren. Dabei sind die Verbrauchs- und Abwasserprobleme der Menschen bereits seit der Antike bekannt. Bereits Plinius der Ältere (23 – 79 n Chr.) schrieb vor fast 2000 Jahren: „Wir vergiften die Flüsse und die Elemente der Natur, und selbst das, was uns leben lässt, die Luft, verderben wir“. Wir wissen das alles, doch haben wir bisher an den negativen Folgen unserer Zivilisation wenig geändert.  Und selbst eine wirtschaftsnahe Partei wie die FDP schrieb bereits 1971 in ihren Freiburger Thesen: „Umweltschutz hat Vorrang vor Gewinnstreben und persönlichem Nutzen“.

Zurzeit tagt in Brasilien die jährliche Klimakonferenz (COP 30), und alle Welt erwartet von dort zukunftweisende Entscheidungen. Doch das ist relativ realitätsfremd. Besonders hier zeigt sich die Fragwürdigkeit unseres Verhaltens:

  • In den Jahren 2019 – 2022 sind dort (unter Präsident Bolsonaro) mehr als 4,5 Millionen Hektar Regenwald verloren gegangen (eine Fläche wie Niedersachsen).
  • Allein 2024 verbrannten hier 3,3 Millionen Hektar Regenwald (dabei geriet so viel Kohlenstoff in die Atmosphäre, wie sie Deutschland in einem Jahr ausstößt).
  • Die Wälder wurden zerstört
    • für die Holzgewinnung (Europa ist ein großer Abnehmer),
    • von den Agrarkonzernen, um Soja, Palmöl, Kakao oder Kaffee anzubauen (Soja u.a. für die Fleischerzeugung in China und Europa),
    • von den Goldgräbern. Sie verwenden dabei Quecksilber und Cyanid und vergiften dabei die Flüsse, die Fische und die Menschen.
    • von den Bergbaugesellschaften, um seltene Erden zu gewinnen (u.a. Lithium für unsere Elektroauto-Batterien).
  • Dabei werden die bisherigen indigenen Bewohner der Wälder aufs brutalste verdrängt und vertrieben (allein 2024 wurden 211 Morde an ihnen bekannt).
  • Bei Neuaufforstungen werden hauptsächlich Eukalyptusplantagen für die Zellstoff- und Holzkohlegewinnung und Ölpalmen gepflanzt. (Holzkohle u.a. für unseren „grünen Stahl“, Zellulose für unser Toilettenpapier).

Sind die Wälder erst einmal zerstört, nimmt in den Gebieten der Regen ab, erodieren die Böden, steigen die Temperaturen (inzwischen um zwei Grad Celsius). Man weiß das auch in Brasilien, doch die Erdölförderung soll dort trotzdem weiter gesteigert werden. Weshalb soll man hier auf den zivilisatorischen Wohlstand verzichten, nicht auch Anteil haben an dem hedonistischen Konsum der reichen Länder, wenn man selber mit einem Naturreichtum gesegnet ist? Es ist unwahrscheinlich, dass in Belem die Klimakonferenz erfolgreich sein kann.      

Obwohl der Mensch sehr anpassungsfähig ist, hat er sich in seiner Evolution speziell auf den Lebensraum unserer Erde hin entwickelt. Er hat kaum die Möglichkeit auf einem anderen Planeten zu überleben. Alle anderen Vorstellungen stellen nur utopische Fantasien dar. Er benötigt für sich ein Habitat, in dem er nicht nur ausreichend Wasser, Sauerstoff und lebensnotwendige Ressourcen vorfindet, sondern auch die Biotope, die ihm die notwendigen Energien für seine Existenz liefern. Je mehr wir diese auf unserer Erde zerstören, um so mehr beschäftigen wir uns mit entsprechenden Fantasien. Es sind und bleiben aber Fantasien. Die einzige Möglichkeit für unsere Art zu überleben, ist es, unsere hier vorhandenen Lebensräume und Existenzbedingungen zu schützen. Da wir Milliarden sind, und alle ihre persönlichen Bedürfnisse haben, dürfte es schwer sein, für einen gemeinsamen Weg eine Einigung zu erzielen. Es gibt dazu aber keine realistische Alternative. Weltherrschaftsvorstellungen versteckter kleiner ideologischer Gruppen, konkurrierende Hegemonialbestrebungen der Großstaaten und die hedonistischen, auf Selbstverwirklichung ausgerichteten Individuen lassen sie trotz der Mahnungen vieler kleiner Gruppen als unwahrscheinlich erscheinen. Wir verändern weiterhin die klimatischen Bedingungen auf der Erde, unsere Luft, unsere Böden, das Wasser und für die verschiedenen mit uns lebenden Mikroben, Pflanzen und Tiere deren Lebensräume. Wir roden die Wälder, vergiften die Meere und verändern über unsere Bedürfnisse die Zusammensetzung der über Millionen Jahren gewachsenen, bestehenden Habitate. Wir fragmentieren die Erde in unserem Sinne durch unsere Infrastrukturen, unseren Siedlungsbedarf und die gewinnorientierten Forderungen der Landwirtschaft.

Wie weit wir uns von unserer wahren Natur bereits entfernt haben, zeigt vielleicht am besten die Tatsache, dass wir eigentlich biologisch zunächst auf unsere Fortpflanzung hin programmierte Sexualwesen sind, die heute diesen Umstand weitgehend kulturell verdrängt haben. Jetzt ist dieser Umstand bei uns weitgehend nur noch eine pervertierte Randerscheinung geworden, die uns zwar in unserem psychischen Hintergrund hormonell noch immer stark beeinflusst, aber das dürfen wir nicht zeigen.  Wir kleiden uns zwar noch immer so, dass wir beim anderen Geschlecht positiv auffallen, wollen das aber nicht wahr haben. Ein Blick auf ein herausgestelltes Gesäß ist kulturell bereits zu einem Sündenfall geworden. Wir verdrängen mehr oder weniger erfolgreich damit unsere Natur und wollen von unseren biologischen Naturbindungen, unserm biologischen Hintergrund nichts wissen.   

Durch den Feminismus bewegen wir uns zunehmend auch von unserer biologischen Geschlechterrolle fort. Nach Jana Welch (Hamburger Sexologin) trauen sich die Männer kaum noch, sich männlich zu verhalten. Wenn im Alltag eine Emanzipation, Gleich-berechtigung sinnvoll sein kann, ist sie in einer Paarbeziehung fehl am Platz. Da wünschen sich Frauen einen „Kerl“, klar führend und leidenschaftlich. Die Frauen sollen sich hingeben und ihre eigenen Verführungskompetenzen stärken. Das, was der Feminismus zurzeit über seine Setzungen macht, ist, die Männer von ihrer Natur zu entfremden, um gleichzeitig deren bisherige soziale Statusrollen einzunehmen. Dies wird sich kaum aufhalten lassen, aber es dürfte die allgemeine soziale Naturentfremdung stärken, den menschlichen Optimierungs-versuchen zwar entgegenkommen, aber der KI helfen, ihren Weg in ihre autonome Zukunft zu gehen. Zunehmend folgen unsere körperlichen Optimierungsmaßnahmen unnatürlichen Verbesserungen. Während sie früher weitgehend nur dem Ausgleich von Verletzungen und altersbedingten Leistungsminderungen dienten, gibt es inzwischen eine große Gruppe modischer Schönheitsoperationen, die nicht nur Fehlbildungen beseitigen, sondern modegemäß die Gestalten verändern oder mit Hilfe von Chemikalien, oft auch Drogen, die Umweltwahrnehmung.

Unsere Gegenwart ist unter anderem auch durch einen völligen Zerfall der einstigen Familienstrukturen gekennzeichnet. Ihre frühere geschlechterbezogene Arbeitsteilung gibt es nicht mehr, bzw. ist als frauenfeindlich verpönt. Im Rahmen der heutigen Ideologien sollen sich auch die Frauen selbst verwirklichen können. In den bisherigen Familienstrukturen sei dies nicht möglich gewesen. Gelobt werden ihre inzwischen (unbedeutenden) Stellungen in der Arbeitswelt (die der Mehrzahl der Männer ist nicht bedeutender), ihre dadurch erreichte finanzielle Unabhängigkeit und ihre neue soziale Bedeutung. Die Zunahme ihrer spezifischen Krankheiten, besonders ihrer Depressionen ist dabei nicht erwähnenswert. Sozial wird ihre Bedeutung über die Forderung nach einer gesellschaftlichen Parität untermauert, doch ist eine solche zwar ideologisch gut begründbar, doch politisch höchst undemokratisch, da mit dem gleichen Recht alle sozialen Gruppen anteilsmäßig auf eine solche Teilhabe dann einen Anspruch haben müssten. Nicht, dass nicht auch einzelne Frauen bei entsprechenden Voraussetzungen an allen sozialen Positionen beteiligt sein sollten, doch – wie bei den Männern – bei entsprechenden Voraussetzungen.

Heute zerfallen bereits oft die Kleinfamilien. Die Großeltern kennen oft sogar ihre Enkel nicht mehr. Sie können ihnen auf der Straße begegnen, ohne sie zu erkennen. Wie soll unter diesen Umständen noch ein emotionaler Bezug zwischen ihnen entstehen? Außer veralteten familiären Rechtsvorstellungen gibt es zwischen ihnen nichts Verbindendes mehr. Selbst zwischen den beiden Elternteilen und ihren Kindern gibt es oft keinen emotionalen oder nur einen ablehnenden Bezug, wenn z.B. nach einer Trennung die Kinder nur noch bei einem Elternteil groß werden und dieses alles unternimmt, um den Partner über seine alleinige Zugangsmöglichkeit zu strafen. Diese Kinder sind dann von vornherein darüber später psychisch geschädigt.

Auch die Kinder werden heute nicht mehr im Sinne ihrer biologischen Bedürfnisse, sondern im Sinne bestehender Ideologien erzogen. Heute erfolgt dies in unserer Kultur über die Förderung ihres Individualismus, ihrer Befähigung zur Selbstverwirklichung, letztlich ihrer Egoismen. Es ist fraglich, ob sie damit

  • psychisch ihrer biologisch vorgegebenen Steuerung der eigenen Hormonwelt (z.B. Jungen ihrer Testosteronwelt),
  • beziehungsweise andererseits ihren sozialen Existenzbedingungen als primäres Sozialwesen gerecht werden.

Es ist keine Erziehung in eine glückliche Zukunft, sondern nur eine in die Gefangenschaft psychischer Krankheiten und sozialer Unzufriedenheit. Unser Problem dabei ist nur, dass wir  gar nicht mehr wissen, was biologisch ihren altersgemäßen Ansprüchen entspricht. Unser Blick dafür ist ideologisch völlig verbaut.

Eigentlich wissen wir Menschen nicht, was unsere bedeutsamen Realitäten sind, da wir die Natur immer nur durch die Brille unserer jeweiligen Kultur betrachten können. Alle unsere Wahrnehmungen von ihr sind über Prägungen in unserem Gehirn belastet. Damit wissen wir auch nicht, was die Natur eigentlich ausmacht. Wir kennen sie als Energiequelle und wissen, dass ihre Reizwelt unsere psychische und physische Gesundheit weitgehend bestimmt. Doch was sie eigentlich real ausmacht, wissen wir nicht. Zwar vervollständigen globale Beobachtungen von Millionen Wissenschaftlern unser Faktenpotential und darüber entstehen in unseren Gehirnen auch Bilder vom Sein, doch sind diese dann kulturgeprägt. Biologisch sind wir eigentlich Naturwesen und unser Stoffwechsel und unsere Hirnfunktionen werden eigentlich von hierher bestimmt. Als geprägte Kulturwesen reagieren diese aber nicht mehr wie evolutionär von der Natur vorbestimmt. So gesehen sind wir alle mehr oder weniger psychisch krank, zwar je nach unserem genetischen Hintergrund verschieden und unterschiedlich stark. Der deutlichste Hinweis dafür ist vielleicht, dass Naturmenschen, die von Kindheit an weitgehend nur von der sie umgebenden Natur geprägt werden, unsere vielen verschiedenen psychischen Krankheiten gar nicht kennen. Wir leben zwar dank unserer medizinischen Erkenntnisse länger, besitzen auch von der uns umgebenden Welt ein riesiges Faktenmaterial, können unsere Glückshormone auch relativ leicht abrufen, haben aber wesentliche Inhalte unseres Zugangs zu unserem biologischen Dasein verloren. Durch deren kulturellen Ersatz bemerken wir dies gar nicht mehr. Es ist wie bei den Pflanzen, den Tieren, die unsere Kinder nicht mehr kennenlernen. Sie vermissen sie auch nicht. Welche Inhalte wir verloren haben, wissen wir deshalb gar nicht. Vielleicht ist ein Inhalt, unser Offensein für das Transzendente, vielleicht zu Bereichen einer größeren Empathie. Doch gerade Letztere wird zurzeit ideologisch über aktuelle Kulturreformen abzubauen versucht (z.B. über neue arbeitsteilige Familienstrukturen, weg von unseren ungelebten biologischen Grundinstinkten).

Gewöhnlich wird von der Transzendenz nur in Verbindung mit einem religiösen Bezug gesprochen, da sie weitgehend nur außerhalb unserer Alltagserfahrungen erlebt werden kann, und wir wahrscheinlich über unsere zeitgemäßen kulturellen Prägungen dafür unsere Empfänglichkeit weitgehend verloren haben. Doch damit haben wir aber auch eine wesentliche Möglichkeit unseres ganzheitlichen Naturbezuges verloren. Über die Transzendenz überschreitet das Bewusstsein einerseits die Grenzen seiner alltäglichen Bezugswelt hin zu einer erlebten Ganzheit und erhält andererseits dazu ein Gefühl der Zugehörigkeit. Dieses Erleben wurde früher spirituell allein dem Religiösen zugeschrieben, das Erleben der Ganzheit, einer Einheit mit Gott.  Selbst wenn man heute von diesem Bezug abweicht, kann ihr Erleben der einzelnen Existenz eine neue Tiefe geben und die persönliche Blickweise weiten. Indigene Kulturen haben früher oft ihr Erleben über spirituelle Praktiken zu erreichen versucht und östliche Kulturen über das Anstreben einer Erleuchtung (besonders im Buddhismus). Aber auch heute noch kann das Erleben der Natur über die Transzendenz  zu einem existenzbestimmenden Erlebnis werden.

Das Problem der Menschheit ist doppelter Natur,   

  • zum einen verändert sie zunehmend das Habitat, für das sie sich in ihrer Evolution entwickelt hat. Sie erkennt dies inzwischen auch und versucht mit relativ geringem Erfolg dagegen zu steuern. Ihre verschiedenen Interessen lassen aber eine zukünftige, rechtzeitige Einigung unwahrscheinlich erscheinen.
  • Zum anderen ist es aber auch ihre eigene naturfremde Gehirnprogrammierung, die sie als solche weder erkennt noch akzeptiert.
    Die asiatische Kultur baute einst in ihren Orientierungen auf innere Gleichgewichte im Menschen und auf die Pflege von Gemeinschaften:
    • der Konfuzianismus auf die Harmonie im sozialen Leben,
    • der Daoismus auf die inneren Gleichgewichte, dem Gleichklang mit der Natur,
    • der Buddhismus auf dessen meditativen Förderung,
      die westliche Kultur dagegen eher vom persönlichen Erfolg und einem analytischen Denken. Sie strebte besonders wissenschaftliche Ergebnisse an, baute gewaltige Industrien auf und beutete rücksichtslos für ihre Erfolge die Natur und andere Staaten aus (Kolonialismus). Unsere heutigen wachsenden Naturschäden sind weitgehend die Ergebnisse dieses Denkens.

      Mit diesem westlichen Denken ist auch eine spezifische, naturfremde Gehirnprogrammierung des westlichen Menschen verbunden, eine Gehirnprogrammierung, die ihn in Verbindung mit seiner Bewegungsreduktion und seiner zunehmend auch hedonistischen Ernährung immer weiter von seiner evolutionären Natur entfernt und seine psychischen und physischen Krankheiten fördert. Selbst seine biologischen Geschlechterrollen hob er zunehmend auf und reagierte darauf mit umfassenden Optimierungsprogrammen. Es ist dieser naturfremde Mensch, der nun der übrigen Natur gegenübersteht und deren historischen Zustand zu erhalten versucht.  Seine bisherigen Eingriffe in sie haben diese zu neuen energetischen Daseinsformen geführt. Wahrscheinlich wird es in Zukunft auch neue quantenbestimmte Evolutionszustände geben. Für den Menschen bleibt dann allerdings nur die Aufgabe, seine habitablen Existenzbedingungen zu erhalten, wenn er die zukünftige Entwicklung noch einige Jahrhunderte überleben will.

Wir sehen, dass wir durch unseren Konsum die Welt verändern und machen uns Gedanken, wie wir das unter Beibehaltung unseres Lebensstandards verhindern können. Bei all diesen Überlegungen klammern wir unser Verhalten als Art untereinander aus. Dabei ist es wahrscheinlich gerade dies, was die Triebkraft für diese Entwicklung darstellt, unser Statustrieb angehoben auf die kollektive Ebene der Großgesellschaften.    

  • Da sind zunächst die Hegemonialbemühungen ganzer Staaten, bzw. oft unklarer Gruppen in ihnen. Bei unserem globalen Zivilisationsstand ist die Weltherrschaft ihr großes Ideal. Dafür führen sie ganze Völker in den Krieg und lassen ihre Geheimdienste ganze Gesellschaften im Sinne ihrer Interessen manipulieren. Ihre Triebkraft hat wahrscheinlich einen ideologischen Hintergrund. Dabei spielt das Schicksal einzelner Menschen, bzw. ganzer Völker gar keine Rolle. Man provoziert eine Gruppe, schlägt ihren erwarteten Aufstand brutal nieder. Der Geheimdienst lässt dann von der KI für die Weltöffentlichkeit einseitig davon Bilder machen und hat damit ein Argument, die Gruppe weitgehend zu dezimieren, bzw. sie möglichst von ihren Ländereien zu vertreiben. Die dahinter stehende Hegemonialmacht bleibt dabei weitgehend im Hintergrund und verfolgt ihre Ziele gerichtet still weiter.
  • Die zweite, darunter sich befindende Menschengruppe ist die der Etablierten. Sie ist der wesentliche Träger unserer Zivilisation und der Hegemonialmächte. Zu ihr gehören die Organisatoren unserer Industrien, der globalen Finanzwelt, unsere Wissenschaftler und die Träger unserer Infrastrukturen.
  • Nach ihnen kommen die hedonistischen Massen, die zunächst sozial unwichtige Rollen einnehmen, die aber zur Aufrechterhaltung der Gesamtbetriebe vorhanden sein müssen. Ihr Interesse gilt zunächst ihrer Selbsterhaltung und einem möglichst glückserfüllten Leben.
  • Unter diesen befindet sich dann eine breite Sklavengesellschaft, die bei niedrigster Entlohnung trotzdem sozial wichtige Tätigkeiten ausführt, sei es z.B. als Erntehelfer in Deutschland oder als Arbeiter auf den Zuckerrohrplantagen Amerikas. Man weiß von ihnen, beachtet sie aber ansonsten nicht.
  • Das Ende der menschlichen Art bilden die Millionen Hungernder. Eigentlich unnötige Daseinsexistenzen, die gerichtet nicht liquidiert werden dürfen, weil das menschliche Empathieempfinden dagegen spricht. Auch würden damit die ethischen Setzungen unserer Gesellschaften zusammenbrechen, selbst wenn ansonsten für die Hegemonialkräfte ein einzelnes Leben kaum einen Wert besitzt.

Dieser soziale Hintergrund ist eine Welt brutalster Auseinandersetzungen innerhalb unserer Art. Wenn wir sie langfristig als solche erhalten wollen, selbst wenn dies vielleicht nur ein romantisches Ideal ist, dann müssen wir dem globalen Hegemonialstreben einzelner Staaten entgegentreten. Wenn dies nicht gelingen sollte, dann werden energetische Quantenkräfte wahrscheinlich nicht nur das Ende des Daseins der Menschheit in nicht zu ferner Zeit einleiten, sondern damit auch das Daein dieser Gruppen.

Positiv
für die Menschheit spricht, dass sie ihre Bedrohung durch ihre eigenen habitablen Existenzbedingungen inzwischen erkannt hat und mit Hilfe verschiedener Maßnahmen dagegen zu steuern versucht. Ihre Uneinigkeit, ihre Status- und Hegemonialorientierungen und ihre verschiedenen Interessenlagen sprechen noch dagegen. 

Negativ
dagegen ist, dass die Menschen ihre eigenen Veränderungen an ihrer eigenen persönlichen Natur dabei völlig außer acht lässt. Sie vergreift sich auf allen nur möglichen Ebenen auch gegenüber ihrer eigenen Natur, über die sie nur ein Mitglied der Gesamtnatur ist.

  • Zunächst verändert sie ihre inneren Hormonflüsse durch ihre artfremde Ernährung, ihre reduzierte Bewegung, die Änderung der Reizwelt ihrer Sinne und dann die Art ihrer Hirnaktivitäten. Ihre naturfremden Orientierungssetzungen verstärken noch diesen Effekt. Dabei geraten ihre Körper aus ihren inneren Gleichgewichten und ihre Individuen werden mehr oder weniger psychisch krank. Die asiatische Medizin hat das schon früh erkannt und ist daher in ihren Hilfsmaßnahmen völlig anders ausgerichtet als die westliche.
  • Dann sind es unsere naturfremden Setzungen. Zurzeit ist dies besonders im geschlechtlichen Bereich zu beobachten. Die Gleichschaltung der beiden Geschlechter führt zu einer Vergewaltigung beider. Die Gleichstellung von Männern und Frauen íst allein eine anthropogene Setzung. Ihre biologische             Natur spricht dagegen. Beide haben verschieden entwickelte Organe und damit auch eine verschiedene Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten. Das Problem dabei ist, – man könnte es ja dabei orientierungsmäßig im Sinne einer Gleichschaltung belassen -, dass auch hier ihre hormonelle Existenz aus ihren Gleichgewichten verschieden gerät und sie von hierher auch verschieden eher psychisch erkranken. Große Bereiche unserer heutigen Bedürfniswelt      ergeben sich aus unseren kulturellen Setzungen und sind keine Lebenswelt eines naturnahen Menschen.
  • Eine dritte, völlig verquere Ebene bildet unser soziales Zusammenleben. Von unserer Natur her sind wir Gemeinschafts- und keine Individualwesen. In unseren heutigen Erziehungsprogrammen zielen wir aber allein auf die Selbstverwirklichung eines jeden einzelnen. Dabei wird in ihm eine Bedürfniswelt geweckt, die bei Milliarden Menschen sich nicht abdecken lässt. Sich real selber verwirklichen können sich nur wenige, denen die Gemeinschaft aus verschiedenen Gründen dafür einen Freiraum einräumt (z.B. wegen ihren hochentwickelten Sonderbegabungen). Für die Mehrzahl der Menschen bedeutet das wahre Glück aber, in sich zu einer inneren Harmonie zu gelangen, still, möglichst ohne Schmerzen, vielleicht in glücklichen Momenten das Transzendente erlebend. Mit unserer auf Selbstverwirklichung zielenden Individualerziehung entfernen wir uns nur von diesem Ziel. Selbst die kleinsten sozialen Gemeinschaften, die Familien zerfallen und Gemeinschaftsprojekte sind wegen der verschiedenen persönlichen Orientierungen immer schwerer durchzusetzen. Indem wir damit unserer eigenen Natur nicht gerecht werden, wie wollen wir es dann gegenüber unserem gesamten Habitat sein. Zurzeit erkennen wir dort zwar die Probleme, unsere persönliche Bedürfniswelt erlaubt aber kaum erfolgreiche Gegenmaßnahmen.            

Bei genauer Betrachtung sind unsere Tagträume nur Fluchten, nachdem wir unsere Sinne für unsere reale Umwelt, die Natur ausgeschaltet haben. Wir ersetzen sie durch Utopien, weil wir unbewusst deren Notwendigkeit erkennen, wenn die Menschheit noch wenige Jahrhunderte bestehen soll. Zu unseren naturfremden, realitätsleugnenden Setzungen und zivilisatorischen  Umwelteingriffen gehören:

  • Unsere oft jahrtausendealten Behauptungen und Hypothesen (u.a. unsere Religionen, geschaffen auf dem Hintergrund unserer Befähigung zur Transparenz und Empathie),
  • viele unserer zivilisatorischen Leistungen, die die Erde für den evolutionären Menschen zunehmend unbewohnbar machen (seine Habitatsveränderungen             des Klimas, der Luft, des Wassers, der Erde und der bisherigen Artenvielfalt),
  • unsere Kunststoffe (wir verändern damit nicht nur unsere gesamte Umwelt, sondern auch uns selber. Wir sprechen dann von einer Optimierung),
  • unsere künftige Befähigung, mit Hilfe der Gen-Technologie in unsere biologischen Vorgaben einzugreifen,
  • unser immer größer werdender Energiebedarf,
  • unsere uns immer stärker überrennenden Informationsmengen und Informationstechnologien (unser Gehirn ist zu deren Aufnahme gar nicht befähigt),
  • die KI, die sich immer schneller zu einer autonomen und autarken Kraft entwickelt.

Daneben denken und handeln wir im Kleinklein:

Immer noch verhalten wir uns wie einst statusorientierte Säuger in einer immer-  währenden Brunftzeit. Wir wollen immer noch wie einst, der Stärkste, der Klügste, der Sieger auf einem imaginären Schlachtfeld sein, – heute am Arbeitsplatz, sexualisiert bei der Partnerwahl und auf dem Spielfeld. Unser Selbstwertgefühl hängt psychisch davon ab. Früher war das nur ein Verhalten in einer relativ kleinen Gruppe. Heute bei unserer in Großgruppen organisierten unübersichtlichen Milliardenmenschheit ist es deren Hegemonialstreben, die Unterwerfung des jeweils Schwächeren. Man unterhält eine gewaltige Armee, obwohl man seiner geografischen Lage und seiner Stärke wegen gar nicht bedroht ist. Die Schwächeren werden zu ihren ihnen dienenden Vasallen. Ihr Handlungsspielraum ist nur so groß, wie der Mächtige es zulässt. Global gehören z.B. die europäischen Kleinstaaten in ihren vielfältigen Abhängigkeiten zu diesen Vasallen, abhängig wie sie sich in ihrem Nationalgehabe aufblasen. Sie sind letztlich auf das große Weltgeschehen einflusslos, und die reale, globale Entwicklung geht an ihnen vorbei. Wie schnell die technische Entwicklung zurzeit ist, zeigt vielleicht das Vorhandensein der Handys am deutlichsten, die vor wenigen Jahren noch kein Mensch kannte, und die unser heutiges Leben in unserer Zivilisation weitgehend beherrschen. Weil unsere Daseinswelt für unsere beschränkten Gehirne zu groß ist, bewegen wir uns nur in unserer kleinen Welt und lassen das große Geschehen an uns vorbeirauschen. Unser Problem dabei ist allerdings, dass wir uns dadurch selber isolieren, wenn wir unsere jeweiligen Abhängigkeiten ignorieren. Letztlich bestimmt das große Geschehen auch unsere Bewegungsräume und wenn nicht die, dann sehr wahrscheinlich die unserer Kinder. Wir haben zeitlich nur noch die Chance, eine globale Weltgemeinschaft der Menschheit anzustreben (möglichst vor einer weltumfassenden Klimaordnung) und bereits im Vorfeld eine europäische Staatengemeinschaft, die eines Tages eine ihrer Unterorganisationen sein könnte.

Wie will man in Zukunft die wachsenden Menschenmassen des Südens lenken, wenn die zivilisatorisch weiter entwickelten Staaten in Europa und Nordamerika bereits heute einen Zustrom von dort zu verhindern suchen? Der Grenzzaun zu Mexiko und in Europa nach Süden und Osten sind nur ein Anfang davon. Was geschieht, wenn die Klimaveränderung die Menschen im Süden nicht mehr leben lässt, dort wo schon heute die Temperaturen auf über 50 Grad Celsius steigen, die Ernten verdorren, es kein Trinkwasser für die Menschen und Tiere gibt? Welchen Wert haben dann noch unsere historischen ethischen Setzungen? Werden wir dann wirklich bereit sein, die Menschen umkommen zu lassen, wie es zurzeit bereits an vielen Orten der Erde geschieht (z.B.  im Gazastreifen, im Sudan).

Wir verändern zunehmend unsere Umwelt und sind alle daran beteiligt. So umgeben wir uns alle mit Kunststoffen und verschmutzen darüber nicht nur unsere Böden, unsere Gewässer, die Luft und sogar uns selber, ohne dass wir eigentlich wissen, was die Kleinpartikel, die wir dadurch ständig über unsere Nahrung und Getränke aufnehmen, in uns anrichten. Die Folgen für unsere Umwelt können wir dagegen täglich sehen und von ihnen hören. Die schmutzigen Meeresstrudel soll man sogar aus dem Weltall sehen können.

Wir fahren alle Autos, die Reifen haben. Diese haben alle einen Abrieb, der zu einem Drittel als Feinstaub von uns eingeatmet wird. Welche Folgen das für unseren Organismus hat, wissen wir nicht. Da der Einatmungsprozess über Jahrzehnte ständig erfolgt, handelt es sich um einen schleichenden Prozess, den wir gar nicht bemerken. Es ist aber unwahrscheinlich, dass unser Körper darauf nicht reagiert, unser Mikrobiom, unser Stoffwechsel, unsere Hormonwelt, unsere Gefühle. Wir werden wahrscheinlich dadurch psychisch andere Menschen, ohne es zu bemerken. Wir wissen gar nicht, wie wir eigentlich als reine Naturexistenzen sind.

Wir nehmen die Tiere und Pflanzen aus ihren natürlichen Milieus und bringen sie in unsere naturfremde Kulturwelt. Die Pflanzen lernen keinen Regen mehr kennen und keinen Wind, der durch ihre Blätter streicht. Sie sind zwar vor Frost und Stürmen geschützt, es bleibt aber für sie eine biologisch artfremde Welt. Nur für uns stellt ihr Anblick in unseren Wahrnehmungssystemen eine wohltuende Erinnerung an die Erde dar, aus der wir einst gekommen sind und auf die wir eigentlich mit unseren Sinnen programmiert sind.

Ständig nimmt der menschliche Energiebedarf zu. Die Kohlendioxid-Emission aus fossilen Brennstoffen war noch nie so hoch wie zurzeit und sie wächst weiter.

  • 1995 betrug die Verbrennung fossiler Energieträger 23,3 Milliarden Tonnen,
  • 2025 werden es 38,1 Mrd. sein (ein Anstieg von 1,1 % zum Vorjahr).    

Der gesamte C02-Ausstoß 2025 betrug 42,2 Mrd. Tonnen aus Fossilen Brennstoffen, Abholzungen, Waldbränden, Trockenlegung der Moore. Die Minderungsversuche durch erneuerbare Energien (Windkraft, Photovoltaik) können den Energiebedarf der wachsenden Weltbevölkerung nicht ausgleichen. Von den ausgestoßenen Treibhausgasen nehmen auf:

  • die Atmosphäre etwa die Hälfte,
  • die Ozeane 29 %,
  • die Wälder und restlichen Kohlenstoffsenker 21 %.

Allerdings nehmen die Waldgebiete in Regionen Südamerikas und Südostasiens inzwischen weniger CO2 auf,  als ihnen durch die Abholzungen und Waldbrände entweicht.

Der Klimawandel verändert die Temperatur- und Luftdruckunterschiede auf der Erde und schafft damit zukünftig häufig extreme Stürme. Gleichzeitig wird die Nabenhöhe (Turmhöhe einer Windenergieanlage) der Windkraftanlagen von 100 auf 200 m verdoppelt, in manchen Regionen sogar verzehnfachen.

Entgegen unserem Gefühl besteht die Erdoberfläche zu 70 % aus Wasser, und der artenreichste Lebensraum ist der Boden selber mit über einer Milliarde Lebewesen je Quadratmeter (59 % aller bekannten Arten, ca. 25 Tonnen je Hektar Wald). In ihm leben nicht nur die Kleinlebewesen, die die abgestorbenen organischen Massen über ihre zersetzende Tätigkeit wieder zurück in den Nahrungskreislauf bringen, sondern über den Boden beginnt auch unsere Nahrungskette. Dabei tun wir alles, um ihn zu schädigen. Teilweise indem wir ihn ausbeuten, teilweise indem wir ihn vergiften und teilweise indem wir auf ihm seine gewachsenen Lebensräume verändern. Dadurch sterben die Arten, die auf eine bestimmte Beschaffenheit von ihm angewiesen sind, dadurch sind auch wir zunehmend gezwungen, uns selber zu verändern, uns zu „optimieren“.

Wenn es nicht gelingt, die Kohlenstoffemissionen zu senken und die Temperaturen auf der Erde weiter steigen, wird sie in nicht allzu ferner Zeit für den Menschen unbewohnbar. Superstürme, Dürren, Niederschläge und der Meeresspiegel werden steigen. Die zu erwartenden Naturkatastrophen werden gewaltige Schäden und damit Kosten bereiten. Laut Unep-Berechnungen (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) benötigen die Staaten bis 2035 bereits jetzt jährlich 350 Milliarden Dollar, um sich vor den zu erwartenden Katastrophen zu schützen. Nur etwa 12 % davon wurden bisher bereitgestellt. Bis heute (2025) ist die Welttemperatur etwa 1,4 Grad höher als in der vorindustriellen Zeit. Bereits 2018 hatten wir in Deutschland 20 Hitzetage über 30 Grad.

In Deutschland gab es schon sehr früh naturnahe Bewegungen, seien es z.B. die Wandervögel, die sozialdemokratischen Naturfreunde oder andere Gruppen. Durch deren ideologische Verknüpfung des Heimatbegriffs mit der Naturnähe während der nationalsozialistischen Zeit (1933 -1945) wurde ihre Haltung als Blut- und Bodenideologie diffamiert. Durch verschiedene Naturkatastrophen nach dem Zweiten Weltkrieg und die Verschärfung der Probleme erneuerte sich dann aber das Bewusstsein für die bestehenden Umweltprobleme wieder:

  • 1971 gründeten Atomkraftgegner Greenpeace, denen sich dann verschiedene andere Gruppen anschlossen,   
  • 1983 prägten Religionsgemeinschaften den Begriff „Bewahrung der Schöpfung“,
  • in der Landwirtschaft entwickelte sich zunehmend ein ökologischer Zweig, der die Böden vor einer Verseuchung zu schützen versuchte und gegen Schädlinge auf synthetische Pflanzenschutzmittel verzichtete.

Zurzeit konzentriert sich der Umweltschutz weitgehend auf den Klimaschutz. Sein Problem ist, dass es sich hier meist um global geschaffene Schwierigkeiten handelt. Und selbst in Deutschland konnte man sich bisher nicht einigen. Zwar wollte die Regierung Merkel ein Umweltgesetzbuch schaffen, in dem alle diesbezüglichen Gesetze zusammengefasst wären, doch die bayrische CSU verhinderte es. Das Problem ist auch, der Umweltschutz ist weitgehend bewusstseinsmäßig zu einem internationalen Problem geworden. Inzwischen gibt es eine Studie (des Resilience Centre in Stockholm), die die wichtigsten umweltrelevanten Konstanten für das Leben auf der Erde anschaulich verdeutlicht. Danach muss die Menschheit, die dort genannten Werte unter 100 % halten, um ihre Existenz nicht zu gefährden. Zurzeit liegen darüber

  • der Verlust der biologischen Vielfalt (zurzeit über 1000 %),
  • der Umfang der Schwefelemissionen (346 %),
  • der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre (111 %).

Probleme bereiten auch die Entwicklungsländer, die nicht die nötigen Mittel für einen erfolgreichen Umweltschutz besitzen, auf die Hauptverursacher der sich abzeichnenden Schäden verweisen, die großen Industrieländer und viele Maßnahmen deshalb missachten.

Wenn wir uns heute mit dem Gedanken beschäftigen, die Natur zu „retten“, dann hat dies verschiedene Gründe: 

  • Zunächst ist es die Befürchtung, dass wir Menschen uns durch unser Verhalten unsere eigenen habitablen Existenzbedingungen zerstören, sei es die des Klimas, der Umwelt und der Ressourcen. Wir beobachten die Folgen unserer Tätigkeiten, haben aber aus den verschiedenen psychischen Gründen nicht die Kraft, unser Verhalten sofort zu ändern.
  • Weil unser Wohlbefinden von ihr abhängt. Wir haben uns in unserer Evolution auf ihre Reizwelt biologisch hin entwickelt. Fehlt sie uns, werden wir unbemerkt zunehmend psychisch krank. Wir verlieren nicht nur unsere Antennen für sie (z.B. für die Transzendenz), sondern auch ihre Einflüsse auf uns. Wie nötig wir sie brauchen, wie positiv sie für uns sind, können wir z.B. bei Naturgeräuschen (z.B. fließendem Wasser) oder dem sogenannten „Waldbaden“ empfinden.

Nachdem der Kalte Krieg überwunden war, war man bereit, die sich damals bereits abzeichnenden Probleme gemeinsam zu lösen. 1992 kam es deshalb zum ersten weltweiten Erdgipfel in Rio de Janeiro. Sein Ergebnis war die Klimarahmenkonvention, auf die dann alle späteren Klimakonferenzen bauten. Obwohl die Emissionen seitdem um zusätzliche 70 % gestiegen sind und weiterhin eine große Uneinigkeit zwischen den einzelnen Staaten besteht, zeichnet sich bereits eine zukünftige Welt ohne fossile Brennstoffe ab. Noch bestimmen deren Anbieter zu einem großen Teil das politische Weltgeschehen, noch konnten die USA die EU in ihrem Zolldeal auf die Abnahme von vielen hundert Milliarden für Flüssiggas erpressen. Aber die fossile Vergangenheit wird bald nur noch ein Abschnitt unserer menschlichen Geschichte sein. Wenn es zu keiner Katastrophe kommen soll, dann gibt es zu der Abkehr von ihr keine Alternative.

Zurzeit (2025) tagt in Brasilien (Belem) die 30. UN-Klimakonferenz (COP30 = „Conference oft the Parties“) mit über 50.000 Delegierten aus 200 Staaten. Seit 1992, dem ersten „Erdgipfel“ in Rio de Janeiro hat sich wenig geändert. Die weltweiten Treibhaus-gasemissionen steigen immer weiter. In der Regel haben die vielen Konferenzen kaum nennenswerte Erfolge für sich verbuchen können. Ihr Austragungsort rotiert jährlich zwischen den fünf UN-Ländergruppen Osteuropa, Westeuropa, Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik. In ihrer bisherigen Geschichte gab es folgende Ergebnisse:

  • 1997 – COP 3, Kyoto: Beschluss erster Zielwerte für den Treibhausgasausstoß  (Kyotoprotokoll: Reduktion um 5,2 % gegenüber 1990),
  • 2015 – COP 21, Paris: Pariser Klimaabkommen (Die Erderwärmung soll auf möglichst 1,5 Grad Celsius reduziert werden),
  • 2017 – COP 23, Bonn: Verabschiedung der Regeln für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens,
  • 2019 – European Green Deal: EU-Kommission setzt das Ziel, bis 2050 die Netto-Emissionen der Treibhausgase auf „Null“ zu reduzieren.
  • 2021 – COP 26, Glasgow: 30 Staaten verlangen das Aus für Verbrennerfahrzeuge bis 2040 (Deutschland nicht).
  • 2023 – COP 28, Dubai: Beschluss sich von fossilen Energien unabhängig zu machen und die Kapazitäten für erneuerbare Energie bis 2030 zu verdreifachen.
  • 2025 – COP 30, Belem: Neben der Konferenz beginnen in Brasilien umfangreiche Erdölbohrungen. Bei Erfolg würde Brasilien zu einem der vier größten Erdölproduzenten der Welt aufrücken (neben USA, Saudi-Arabien, Russland).

Belem als Konferenzort für die COP 30 ist eine unglückliche Wahl. Vom August 2024 bis Juli 2025 wurden in Brasilien etwa 5.800 qkm Wald abgeholzt (= die doppelte Fläche des Saarlandes). Zurzeit sind bereits ca. 20 % des ursprünglichen Waldes verloren gegangen. Bei 25 % droht ein irreversibler Systemkollaps. Im Cerrado (artenreichste Savanne der Welt) wurden 11.000 qkm für Futterpflanzen für den Fleischmarkt gerodet. Brasilien will zwar bis 2050 klimaneutral werden, unterwirft sich aber den Wünschen seiner Agrarlobby (sie erwirtschaftet 27 % des brasilianischen Bruttosozialprodukts). Der Ausbau der BR-319 (Fernstraße, 900 km lang) fördert eine weitere Entwaldung durch die sie begleitenden Infrastrukturprojekte und neue Siedlungen. Man befürchtet, dass sie zu einer weiteren „Achse der Entwaldung“ wird. Großprojekte zur Ölförderung im Mündungsgebiet des Amazonas vor der Küste betreffen die dortigen Mangrovenwälder. Ihre hochkomplexen Ökosysteme werden zusammenbrechen. Brasilien erhofft sich über sie seine Energieunabhängigkeit. Es gibt zwar Verordnungen, die dagegen gerichtet sind, doch wurden sie bisher immer aufgeschoben und einer möglichen Kontrolle durch die Bürokratie in Europa kaum zugänglich gemacht. Das Übrige zur Verhinderung leisten die Lobbyisten und Widerstandsgruppen aus den USA und Südamerika. Neben der Zerstörung der Wälder belasten auch die Pestizide und Dünger für die Futterpflanzen die dortigen Regenwälder. Deutschland fördert diese Entwicklung indirekt, indem es riesige Summen öffentlicher Gelder in seine Fleischindustrie steckt.

Die Verhandlungen in Belem sind von vornherein belastet gewesen:

  • Die USA erschienen gar nicht (und haben sich von den Pariser Klimazielen losgesagt).
  • Die Staaten, die vom Öl- und Gasexport abhängen, haben andere Interessen.
  • Viele westliche Staaten bangen um ihre Arbeitsplätze in ihrem Land.
  • Klimabewegungen wie „Fridays for Future“, „Extinction Rebellion“ oder „Sunrise Movement“ werden kaum noch beachtet.

Als Ursachen für die zunehmende Abkehr vom Klimaschutz sind u.a. verantwortlich:    

  • die Abkehr der Klimapolitik von den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen (in den USA besonders unter Trump),
  • die Zolldeals der USA (und deren Druck auf die anderen Staaten, deren teure fossile Energie zu kaufen),                
  • der Energiehunger vieler Staaten (Lobby der Öl- und Gasproduzenten),
  • die allgemeine Unkenntnis ökologischer Zusammenhänge (auch vieler Politiker und deren Nutzung durch Lobbyisten),                                               
  • die Gewinnstrategien der Erdöl- und Erdgaskonzerne (täglich werden 16 Mrd. Liter Erdöl gefördert mit einem Wert von ca. 6 Mrd. Dollar, ihr jährlicher Gewinn übersteigt 100 Mrd. Dollar),                                               
  • die Angst der Politiker vor Wahlen, wenn das Autofahren und Heizen teurer werden (z.B. in Polen, Frankreich),       
  • die Begleitung vieler klimatischer Zielwerte mit einer Fülle bürokratischer Vorschriften.  

Falsch an der bisherigen Klimabewegung war:
(aus der früheren Klima-Euphorie wurde eine Klima-Aversion)                             

  • der Einfluss der fossilen Lobby. Sie fürchtet um ihre Gewinne und ihre Macht.
  • das Versprechen, dass sich am bisherigen Lebensstil nichts ändern wird,
  • die Reduzierung der ökologischen Krise auf die Klimakrise,
  • das Festhalten an der Konsumdemokratie.

Bereits 2024 wurde auf der Erde die 1,5-Grad-Linie erstmals überschritten, und man weiß inzwischen, dass man sie nicht wird halten können (inzwischen hat sie sich allgemein um 1,3 Grad erwärmt). Man schätzt, dass man jährlich etwa 220 Mrd. Tonnen COaus der Atmosphäre entfernen müsste, um die Erdtemperatur um 0,1 Grad abzukühlen (d.h. das Fünffache der jährlichen heutigen Emissionen). Die USA haben sich inzwischen weitgehend vom Klimaschutz verabschiedet. In den Schwellenländern steigen die Emissionen weiter, weil sie für breite Teile ihrer Bevölkerung den Lebensstandard anheben sollen. Realistisch ist deshalb für die Zukunft statt der 1,5-Grad-Linie eine 2-Grad-Linie. Das bedeutet:

  • ein Mehr an Extremwetterereignissen,
  • erschwerte Lebensbedingungen,
  • ein verstärktes Artensterben,
  • ein stärkerer Meeresspiegelanstieg.

2024 betrug der jährliche Treibhausgasausstoß in

  • China 15,6 Gigatonnen:
    Es ist der weltgrößte Erzeuger an Treibhausgasen. Allein im 1. Halbjahr 2025 errichtete es Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 21 Gigawatt. Es will bis 2060 klimaneutral sein und bis 2035 seinen Ausbau an erneuerbarer Energie auf jährlich 3600 Gigawatt steigern. Der Umweltschutz soll dem Land einen technologischen Vorsprung schaffen.
  • USA 5,9 Gigatonnen:
    Trump hält den Klimawandel für den „größten Betrug“ an der Welt. Bereits am Tag seiner Vereidigung stieg er aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aus. Er stoppte den Bau von Windparks und betreibt aktiv eine Antiklimaschutz politik.
  • Indien 4,4 Gigatonnen:
    Im Land herrscht eine extreme Luftverschmutzung. Bis 2070 sollen die Emissionen auf Null gefahren werden, bis 2030 auf 55 % und der Anteil der erneuerbaren Energie auf 50 % gesteigert werden. Man schätzt die Kosten dafür auf 21 Billionen Dollar (und glaubt deshalb nicht daran). Eine Voraussetzung dafür wäre ein starkes Wirtschaftswachstum.
  • Europa 3,2 Gigatonnen (davon Deutschland 0,6 Gigatonnen):
    2019 wurde der „Grüne Deal“ beschlossen. (Ihm wird eine Überforderung der Wirtschaft nachgesagt):
    • bis 2030 will man den CO2-Ausstoß auf 55 % reduzieren,
    • ab 2035 soll ein Aus für Neuwagen mit Verbrennermotoren bestehen,
    • bis 2050 will man klimaneutral sein.
      Man will weiterhin einen Klimaschutz betreiben, kann sich aber auf Ziele und Mittel nicht einigen.                 
      Ein EU-Plan von 2025 sah vor:
    • die CO2-Emissionen bis 2035 um 72,5 % zu mindern (die Regierungen von Frankreich, Italien und Polen stimmten dem nicht zu).
    • bis 2040 die Emissionen um 90 % zu senken (im Vergleich zum Jahr 1990). 3 % davon evtl. über Finanzierungen von Emissionsminderungen außerhalb der EU.                                                                 
      Der deutsche Bundeskanzler (Merz, CDU) lehnt den Klimaschutz im Prinzip ab:
    • Juli 2025: „Selbst wenn wir morgen klimaneutral wären, würde keine Naturkatastrophe auf der Welt weniger geschehen. (….). Es nützt überhaupt nicht, wenn wir allein in Deutschland klimaneutral werden“.                    
    • September 2025 im Deutschen Bundestag: Ablehnung des Klimaschutzes, „der den Wohlstand des Landes aufs Spiel setzt“. (….). „Der findet keine Akzeptanz in der Bevölkerung“.

Zurzeit besteht in der Welt eine allgemeine Distanzierung vom Klimaschutz. Die großen Industrieländer kürzen ihre Hilfen, die USA haben sie ganz storniert, und die reichen Golfstaaten sind gar nicht an ihnen beteiligt. Die armen Staaten verlangen Unterstützungen in ihrem Kampf gegen den Klimawandel und Hilfen für ihre Investitionen in grüne Energien. Auf der COP 24 (in Baku) stellten sie die Forderung auf eine jährliche Unterstützung von 1,3 Billionen Dollar bis 2035. Damit mussten sie scheitern.

Auch der diesjährige Klimagipfel in Brasilien (Belem) hatte wie erwartet keinen Erfolg gebracht. Es wurden in ihm keine nennenswerten Fortschritte gegen die Erderwärmung erzielt. Vereinbart wurde allein eine freiwillige Abkehr von fossilen Brennstoffen (dabei wurde das Wann und Wie nicht präzisiert). Die nationalen Interessen wurden jeweils über die globalen gestellt. Die einzelnen Staaten lähmten sich gegenseitig. Als einziger Erfolg wird gesehen, dass man das Pariser Klimaabkommen gegenüber den Ölförderländern hat verteidigen können. Dabei diskutierte man daneben bereits einen Kurs, der auf das 2,3 Grad-Ziel gerichtet sein wird (UN-Umweltprogramm).

Inzwischen glaubt man, dass die Überschreitung der 1,5-Grad-Marke im Weltklima unvermeidlich ist (Guterres, UN-Generalsekretär). 40 % der Weltbevölkerung wissen allerdings gar nicht, dass es hier ein Problem gibt (Leiserowitz, Direktor des „Yale Program on Climate Change Communication“). Viele spüren zwar die Veränderungen, wissen aber nicht, weshalb sie erfolgen. In der westlichen Welt besteht darüber zwar ein breites Wissen, viele Menschen sehen den Klimawandel aber zeitlich und räumlich weit von sich entfernt. Oft wird er sogar ganz geleugnet (besonders in den USA, Kanada, Australien, in manchen Staaten in kleinen Nischen), oft in der öffentlichen Berichterstattung reduziert, oft fühlen sich die Menschen durch seine Maßnahmen bedroht (z.B. bei einer oft unsinnigen Radfahrweg-planung).

Jeder Mensch ist in seiner bewussten Existenz, in seinem Fühlen und Denken zunächst ein Ergebnis der Abläufe in seinem Gehirn. Solange er gesund ist, eine Bleibe, ausreichend Nahrung hat und von außen nicht bedroht wird, wird seine Existenz allein von seinen Instinkten, verinnerlichten Setzungen und Bedürfnissen bestimmt. Dabei ist es völlig egal, ob er dick oder dünn, sportlich oder bequem, arm oder wohlhabend ist. Jeder von ihnen wird von seinen jeweiligen Verbindungen in seinem Gehirn beherrscht, und es liegt weitgehend an uns, welche wir zulassen, bzw. fördern. So ist ein Wohlhabender in seinen Bedürfnissen und seinem Bewusstsein oft viel ärmer als ein Eremit, der sich an der aufgehenden Sonne erfreut und dessen Reichtum im Erfahren können der ihn umgebenden Natur besteht. Viele Menschen träumen sich in die Rolle eines Weltstars, weil sie nicht wissen, welch arme Gestalten diese oft hinter ihrer Außenfassade in der Realität sein können: Eitel, nur an sich selber interessiert, oft zunächst die Geliebte eines Prominenten, Schönheitsoperationen, den Luxus suchend, dann oft einsam, depressiv, immer den Wunsch habend, geliebt zu werden, nicht selten von verschiedenen Krankheiten geplagt, von ihrer Umwelt betrogen und süchtig. Der besitzlose Eremit ist daneben ein beneidenswerter Mensch. Für die Menschheit bedeutet dies, da sie in ihrer globalen Existenz und ihrer Masse, sich in ihrer Bedürfniswelt sich völlig wird umorientieren müssen, dass sie sich eine Welt neuer, sie erfüllender Setzungen schafft, und für die künftigen Philosophengenerationen wird dies ihre neue Aufgabe. Sie dürfte für die künftige Menschheit das Wichtigste sein, und der Schutz der Natur und die Gleichwertigkeit allen Menschseins darin wahrscheinlich eine zentrale Stellung haben. Der Klimaschutz sollte darin ein Wert sein und verinnerlicht werden. Erst dann hat er eine Chance Erfolg zu haben, denn er bedeutet in unserer westlichen Welt zunächst auf breiter Linie Verzicht. Wir versuchen zwar, durch die verschiedenen Formen der Modernisierung unseren gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten, doch wie soll dies bei künftig 10 Milliarden Menschen aussehen. Was uns fehlt, ist eine reale Perspektive, über die wir als Art neben der KI eine Zukunft haben können. Das bedeutet, sie muss global orientiert sein und völlig neue Ideale und Ethiken entwickeln.