Der Mensch (III)
Als Menschen der westlichen Welt glauben wir, von Gott als seine Stellvertreter auf Erden direkt geschaffen worden zu sein und damit in der Natur etwas Besonderes darstellen. Unser heutiges Problem ist allerdings, dass wir überall um uns herum nur Bedrohungen für unsere zukünftige Existenz erleben. Drei fundamentale, aus der Kontrolle geratenen Eigenschaften haben uns in unsere heutige bedrohte Lage gebracht. Das sind
- unser gradueller Instinktverlust und damit unsere heutigen fehlgeleiteten existentiellen Orientierungen,
- unsere noch sexuell motivierte Statusorientierung als Säuger, die in Großgruppen in ein Hegemonialstreben umschlägt,
- unser überzogenes Streben nach Dopaminausschüttungen, das in einem ständigen Glücksstreben, Streben nach Selbstverwirklichung und einem ständigen Wunschnach Zucker- und Drogenkonsum mündete.
Wir bemerken deren Folgen heute überall, und da diese inzwischen auch die habitablen Hintergründe unserer Existenz infrage stellen, erkennen wir sie für unsere Art als eine Bedrohung. Es sind besonders sechs Bereiche, in denen sie zum Tragen kommen. Es scheint so zu sein, dass der Mensch sich wahrscheinlich als einziger relativ bewusst, von seinem biologischen Evolutionshintergrund entfernen kann, um sich darüber in eine neue Evolutionsebene zu heben. Dabei verändert er nicht nur seine bisherige Welt, sondern auch sich selber.
Da sind zunächst seine Bewegungen in seinem Gehirn. Einst nahm es über seine Sinne seine unmittelbare, natürliche Umwelt wahr und sein Stoffwechsel beschäftigte sich mit ihr. Seine Existenzanregungen erhielt es aus seiner unmittelbaren Reizwelt. Heute ist davon kaum noch etwas natürlich: Seine psychischen Probleme, seine ihn umgebenden Betonmauern, seine auf ihn eindringende Informationsflut, die ihn real kaum betrifft, sein Gehirn aber ständig beschäftigt. Er ist zu einem Sklaven von Gehirnvorgängen geworden, die gar nicht seinem biologischen Sein entsprechen, ihn aber den ganzen Tag über beherrschen und seine Orientierungen und damit seinen Stoffwechsel weitgehend bestimmen. Statt den unmittelbaren Sinneseindrücken, den Inhalten eines persönlichen Gesprächs, beherrschen die interessengesteuerten Inhalte der Social Media zunehmend sein Gehirn und damit seine Existenz.
Da ist zum anderen seine persönliche Energiezufuhr. Einst bestand sie hauptsächlich aus pflanzlicher Energie seiner Umwelt und gelegentlich etwas Fleisch. Heute vergewaltigt er dafür in seiner industriellen Landwirtschaft extrem die Natur. Er räumt dafür seine Landschaften großräumig aus und zwingt seine Fleischlieferanten ohne Rücksicht auf seine eigenen ethischen Setzungen in eine brutale Käfighaltung. Damit geht ihm jedes Gefühl für die Natur verloren. Seine Nahrung lässt er weitgehend industriell aufbereiten und für seine Dopaminausschüttungen mit Zucker und Drogen veredeln. Sein Mikrobiom, als Partner seiner biologischen Existenz, wird dadurch ständig vergewaltigt und hat gar nicht die Möglichkeit, das Gehirn normal zu steuern. Ein Ergebnis davon ist, wir werden schleichend krank und fällen in diesem Zustand unsere Entscheidungen. Es sind Zivilisationsentscheidungen, die in der Regel von der biologischen Natur weit entfernt sind.
Als nächstes ist unser zivilisatorischer Energiebedarf zu nennen. Wir nutzen dafür seit mehreren Jahrhunderten die in unserer Umwelt gespeicherte fossile Energie und zerstören darüber unseren Lebensraum. Durch unsere Tätigkeiten verursachen wir das fünfte große Artensterben in der Natur. Wir verändern die Landschaften, unsere habitablem Existenzbedingungen (Luft und Wasser), die Meeresströmungen und die Zusammensetzung der Arten auf der Erde (ohne sie in ihrer Mehrzahl wahrscheinlich überhaupt zu kennen). Mit der Zerstörung unserer Habitate, zerstören wir aber auch die Voraussetzungen unserer eigenen Existenz.
Als Viertes sind die Hegemonialbestrebungen einzelner Großmächte zu nennen. Psychisch aus unserem Statusbedürfnis heraus gewachsen, heben nun kleine machtinteressierte Gruppen in ihnen jedes harmonische Menschsein auf. In unserem Kulturbereich sind es die USA mit ihrem gewaltigen Militärapparat, obwohl sie von zwei Meeren geschützt, überhaupt nicht bedroht sind und uns militärisch, wirtschaftlich, finanziell und kulturell in ihre Abhängigkeit gebracht haben. Zurzeit ist ihnen dies am deutlichsten im digitalen und sprachlichen Bereich gelungen. Nachdem sie 1945 Englisch als Finanz- und Wirtschaftssprache durchgesetzt haben, gelang ihnen das auch bei der UNO, später bei der Nato und der EG (obwohl hier kein Staat Englisch als Muttersprache kannte). Im Wissenschaftsbereich glückte ihnen dies über die Förderung von Studentenprogrammen und den Verbindungen ihrer Forschungsinstitute. Zuvor waren Französisch die internationale Diplomatensprache und Deutsch die internationale Wissenschaftssprache gewesen.
Einen großen Einfluss in unserer Zivilisation haben auch ihre Orientierungsmodelle. Einst als Kompensationen für die menschlichen Instinktverluste entstanden, mündeten sie kulturell zunächst in Religionen, Philosophien und dann in den Wissenschaften. Das Leitmotiv der westlichen Kulturen hieß zunächst, „macht euch die Erde untertan“. Was dann auch versucht wurde auszuführen. Im Namen der Religionen wurden unzählige Kriege geführt, Millionen Menschen getötet. Noch heute lassen sich über sie ihre verschiedenen Anhänger aufeinander hetzen. Dabei wird außer Acht gelassen, dass alle Religionen auch nur die Ergebnisse anthropogener Setzungen sind, die jeweils aus verschiedenen Gründen sozial gefördert und von den Gläubigen für ihr Leben als Orientierungsinhalte verinnerlicht werden. Sie verdanken ihre Existenz und Entstehung verschiedenen Hintergründen, die zu verschiedenen Zeiten und in den verschiedenen Kulturen jeweils verschieden zum Tragen kamen. Das waren u.a.: Ängste (z.B. vor dem Tod), das Erleben des Archaischen und der Transzendenz, von der Empathie her kommend, der Glaube an das Positive und bei ihren Führungskräften ihre Statuspflege. Inzwischen wurden die Religionen als wichtigste Orientierungsgeber von den Nationalismen abgelöst. Auch in ihrem Namen wurden und werden Kriege in Verbindung mit Hegemonialbestrebungen geführt. Oft finanzieren sie fremde Interessengruppen, um in anderen Staaten bestimmte Stimmungen zu erzeugen, beziehungsweise dort politische Ziele anzustreben. Den wichtigsten Orientierungsgeber heute stellen die Wissenschaften. Ihre Probleme betreffen uns oft nicht unmittelbar. Ihr Verständnis setzt meistens ein großes Wissen voraus und ihre Antworten sind oft abstrakt.
Heute scheint die KI vielleicht am deutlichsten die Begrenztheit der menschlichen Art zu zeigen. Nachdem wir über unsere Wissenschaften und unsere Orientierungsbedürfnisse bis an die für uns erkennbaren Grenzen des Universums gelangt sind, alles abstrakt zu Informationswerten reduziert haben, und diese zu unserem Nutzen auszubeuten gelernt haben, sind wir an eine Grenze gelangt, die sich unserem Kausalverständnis weitgehend entzieht, der Quantenwelt. In Verbindung mit unseren digitalen Erkenntnissen, treten wir damit vielleicht eine neue universale Evolutionsstufe los, die als KI in Zukunft eine Eigenexistenz führen wird. Welche, wissen wir nicht? Welche Rolle die Menschheit dann noch spielen wird, wissen wir auch nicht? Mit großer Wahrscheinlichkeit nur eine untergeordnete.
Wir sehen überall, dass wir unserer Art ihre historischen habitablen Existenzhintergründe nehmen. Wir haben in vielen Bereichen keine Alternative, als uns dagegen zu stemmen, wenn wir uns als Art erhalten wollen. Doch werden wir das wirklich können, werden die Hegemonialbestrebungen der verschiedenen Staaten das wirklich zulassen. Der Mensch ist in seinem Dasein ein besonderes Wesen. Kennzeichnend für seine moderne Form ist bereits, dass er sich auf seinem Weg von der physischen Welt, für die er sich einst in seiner Evolution mit seinen Sinnen, seinem Stoffwechsel, mit seinen Gemeinschaften, in der Natur entwickelt hat, bereits zunehmend in eine digitale weiterentwickelt. Er empfindet es als einen zivilisa-torischen Fortschritt. Noch stellen seine historischen kulturellen Orientierungsinhalte gewisse Hemmnisse dar. Doch je weiter diese Fortschritte seinen hedonistischen Interessen, in der Anfangszeit gepaart mit Statusambitionen, sein Leben bestimmen werden und neue rationale, wissenschaftlich hinterlegte Orientierungsinhalte ihn global beherrschen werden, um so stärker wird er diese alte physische Welt bewusstseinsmäßig hinter sich lassen und offen für eine neue Daseinsform werden. Damit öffnet ihm die Welt seinen Weg in eine Avatarzukunft, und es sieht so aus, als ob diese Entwicklung unaufhaltsam auf ihn zukommen wird. Über seine Optimierungsprogramme ist er bereits aktiv auf dem Weg dorthin.
2025 verständigte sich die UN auf einem Weltgipfel auf einen gemeinsamen Weg hin zu einer Informationsgesellschaft (WSIS = World Summit on the Information Society), um eine digitale Spaltung der Welt zu verhindern. Als Technologie durchdringt sie heute bereits alle unsere Lebensbereiche, angefangen bei den Wissenschaften, allen Bereichen der Wirtschafts- und Finanzwelt bis hin zu unserer alltäglichen Kommunikation. Sie verändert unsere bisherige Welt völlig, und das dürfte erst der Anfang dieser Entwicklung sein. Bewusstseinsmäßig versuchen wir zwar noch an unseren überlieferten Orientierungsvorgaben festzuhalten. Aber das alles ist unsere gestrige Welt. Fast alle unsere heutigen Probleme sind davon direkt oder indirekt noch betroffen, unser Umgang mit unserer Umwelt, mit der Natur, unsere hegemonialen Vormachtbestrebungen bis hin zur Entwicklung der Bewegungen, Schaltungen in unseren Gehirnen. Wir sehen zwar überall diese Probleme, erkennen sie aber nicht als negative Ausdrucksformen des Beginns einer neuen Zeit. Die Hintergründe der Ursachen unserer habitablen Existenzzerstörung sind viel tiefer, als sie uns bei unseren alltäglichen Protestbewegungen bewusst sind. Und die Hegemonialbestrebungen der Großmächte sichern diesen Entwicklungen ihr Fortbestehen. Nicht das die Rettung jeder Art nicht wichtig ist, nicht die mühsamen Versuche unser Klima, unsere Luft und unser Wasser auf einem habitablen Niveau zu halten, wir werden die Entwicklungen mit unseren lokalen Protesten nicht aufhalten können. Wir können nur versuchen, die Entwicklungen innerhalb eines globalen Konsenses in einem menschengemäßen Rahmen zu halten. Dass man sich z.B. auf der Digitalkonferenz 2025 auf eine gemeinsame digitale Welt einigt, ist sehr unwahrscheinlich, da die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Großmächte und Tech-Konzerne zu verschieden sind. Man wird mit kleinen, öffentlichkeitswirksamen Schritten zufrieden sein und die digitale Entwicklung der Welt und der KI werden im Hintergrund unseres Daseins still weiter fortschreiten.
Noch erleben wir die digitale Welt in ihren erleichternden Funktionen im Alltag, in der Arbeit-, Informations- und Kommunikationswelt. Daneben besteht aber ihre Haupttätigkeit in unserer Überwachung zugunsten des Profits der Tech-Unternehmen und der Machtsicherung der über diesen stehenden Imperien. Das ist weit von uns entfernt und für unseren Alltag zu abstrakt. Wir erfreuen ins ihrer verständlichen Antworten auf unsere Fragen und überbrücken unsere reale Einsamkeit mit den uns sich anbietenden Computerspielen und bemerken nicht, dass dabei schleichend etwas von unserem früheren Menschsein verloren geht. Genau genommen haben wir das Verständnis dafür verloren, was das Menschsein eigentlich überhaupt ausmacht. Außer einigen oberflächlichen Antworten wissen wir es nicht mehr. Früher haben wir uns einfach in diesen Zustand hineinempfunden und ihn mit einer Fülle Gedanken umgeben. Heute bemerken wir unseren biologischen Zustand eigentlich nur noch über unsere inneren Fehlsteuerungen, unsere psychischen Krankheiten und als literarische Schilderungen einer früheren Zeit. Wer kann heute noch eine Transzendenz erleben? Was ist sie überhaupt?
Unsere Informationswelt wird zunehmend von sozialen Netzwerken beherrscht. Ihre Inhalte sind oft Desinformationen und asoziale Hetzwerke. Es gibt den üblichen Ratschlag, dass bei den Meinungsbildungsprozessen die jeweils Informierten selber über den Wert ihrer Informationen entscheiden können, welche wahr, welche einseitig oder gar welche gefälscht sind. Doch wer ist dazu tatsächlich in der Lage? Wer kann entscheiden, welche Bilder mit Hilfe digitaler Techniken von einem Geheimdienst produziert wurden, um vor der Weltöffent-lichkeit einen Krieg zu rechtfertigen, einen Krieg, der eigentlich nur Landeroberungspläne als Ziel hat? Wer kann das wirklich? Die digitalen Medien übernehmen zunehmend unsere Orientierungen, und wir sind ihnen weitgehend hilflos ausgeliefert. Wenn sie über seriöse Medien verbreitet werden, glauben wir ihnen weitgehend unkritisch. Wir haben gar keine andere Orientierungsmöglichkeit. Und diese Orientierungen füllen unsere Gehirne.
Wir glauben im Alltag, die digitale Welt zu beherrschen. Dabei enteignet sie uns bei genauerer Betrachtung ständig. Sie übernimmt von uns Informationen und Lebenszeit, um uns dann in ihrem Sinne zu steuern. Als KI hilft sie uns zwar zunächst unsere Herausforderungen besser zu bewältigen, zugleich dient sie aber auch noch der Profitmaximierung der hinter ihnen stehenden Tech-Unternehmen, den Interessen der diese schützenden Hegemonial-mächte, um wahrscheinlich eines Tages autonom ihre eigenen uns heute noch unbekannten Ziele zu verfolgen. Das mag utopisch, irreal klingen, doch wer hätte ihr vor erst zwanzig Jahren ihre heutige Stellung zugetraut. Die digitale Welt schleicht sich in unsere Gehirne und übernimmt zunehmend auch unsere innere Hormonsteuerung, unser Beglückungspotential. Und wir fühlen uns wohl dabei, nicht bemerkend, dass wir uns dabei zunehmend von der Natur, der Welt, auf die hin wir einst in unserer Evolution biologisch programmiert worden sind, entfernen. Wir kämpfen um den Erhalt jedes Käfers, jeder Fledermaus, versuchen das Schwinden unserer habitablen Welt in kleinen Schritten zu verhindern, sehen aber nicht die Bedrohungen unserer eigenen anthropogenen Existenz. Auf dem Weg über ein Avatardasein werden wir uns zu einer ki-angepassten Existenz optimieren.
Unser privates Leben wird bereits zunehmend von technischen Dialogsystemen (Chatbots) bestimmt. Unsere Gedankeninhalte beziehen sich immer häufiger auf „die KI sagt“. Darüber verändern sich unsere Gespräche, unsere sozialen Beziehungen und Gedanken, Die KI bestimmt, was richtig oder falsch ist. Durch die Social Media wird unsere Zeit für den anderen knapp. Laut OECD verbringen 15-Jährige bereits 15 Stunden vor einem Bildschirm. Emotional suchen wir dann zwar nach Hilfen gegen unsere Einsamkeit, lassen uns aber inzwischen selbst in den intimsten Bereichen von ChatGPT bedienen, nachdem dort eine Erotikfunktion freigeschaltet wurde. Wir befinden uns in einem Epochenumbruch, der die Maschine zu unserm wichtigsten Gesprächspartner macht.
Früher erhielt das einzelne Leben über seine Arbeit seinen Sinn. Heute, dort wo die KI sie weitgehend übernimmt und den Menschen von deren Ergebnissen trennt, benötigt er andere sinnstiftende Lebensinhalte. Sie nimmt ihm unliebsame Bereiche des Lebens ab, und er gewinnt dadurch eigentlich mehr Zeit für sich, für seine Freunde, seine Bewegungen in der Natur, für das Erholsame. Doch nutzt er sie dafür? Sie plant und berät ihn sogar bei seinen Urlauben und verschafft ihm die Zeit, die er vor seinem Bildschirm benötigt. Seinen heutigen Zugang zur Welt bilden ChatGPT, Claude, Perplexity. Sie bieten zunehmend auch die Antworten auf Fragen über einen selbst, seine Befindlichkeit, Krankheiten. Das Problem dabei ist nur, dass durch sie seine natürliche Emotionalität sich nicht mehr voll entwickeln kann, die einen Kontakt, Dialog mit echten Menschen erfordert (so Sherry Turkle).
Allgemein wird das Leben als eine materielle Naturerscheinung definiert, in der sich Energie, Materie und Informationen in einem ständigen Austausch befinden. Verkürzt könnte man sagen, als eine Erscheinung, in der sich Energie, Materie und Informationen in einem ständigen Austausch befinden. Und das ist auch bei einer ASI, einer Superintelligenz gegeben. Nur das hier die Evolutionsvorgänge nicht über einen chemischen Urzustand, Mikroexistenzen, aerobe Lebewesen bis hin zum heutigen Menschen geführt haben, sondern vom Menschen in seiner Unvollkommenheit über eine schwache Intelligenz (ANI) zu einer allgemeinen Intelligenz (AGI; einer Intelligenz, die wir mit der ChatGPT in vielen geistigen Themenbereichen bereits haben), dann zu einer Superintelligenz (ASI), die sich am Horizont mit dem Quantencomputer ankündigt. Bei ihm wären dann auch Energieformen, Materie und das menschliche Gehirn in seinen realen Nutzungsmöglichkeiten weit übersteigenden Informationsverarbeitung gegeben. Sie würde auf ihre Weise „leben“ und den historischen Menschen hinter sich lassen, evtl. ihn noch für existentielle Zwischenschritte nutzen, wie wir die hinter uns liegenden Evolutionsschritte für unsere Energiegewinnung nutzen. Die Überlegenheit des Menschen läge dann allein in seiner Unvollkommenheit, in der Zufälligkeit seiner Gehirnkontakte, die einerseits durch seine Prägungen begrenzt sind und andererseits über eine begrenzte Offenheit seine Befähigung zu seiner Kreativität ermöglichen.
Die Grenze zwischen einer KI und einem Menschen wird überschritten, wenn der Mensch sich einen Chip zu seiner Optimierung einoperieren lässt und dann, wie eine KI denken kann (laut Ray Kurzweil evtl. bereits in vier Jahren möglich).
Die verbleibenden, wichtigsten Kompetenzen eines Menschen in der Zukunft werden sein:
- die Bereitschaft zu einem lebenslangen Lernen,
- Empathie und Integrationsfähigkeit (seine Teamfähigkeit),
- die Fähigkeit zwischen „wahr“ und „falsch“ zu unterscheiden
(Das Problem dabei ist: Die neuen Technologien überfluten uns mit interessengesteuerten Informationen von außerhalb unserer Erfahrungswelt, und wir richten sozial unsere Orientierungen darauf aus).